Wirtschaft

Datenschützer schlagen Alarm: Intime Fragen bei McDonald's

Ein neuer Datenskandal lenkt Licht in die bislang wenig beachteten Geschäftsbeziehungen in der Welt des schnellen Essens. Einem Pressebericht zufolge fordern Unternehmen wie McDonalds oder Subway intime Einblicke in das Innenleben ihrer Vertragspartner.

Bis in alle Winkel des Privatlebens: "Unzulässig", sagen Datenschützer.
Bis in alle Winkel des Privatlebens: "Unzulässig", sagen Datenschützer.(Foto: picture alliance / dpa)

Die US-Schnellrestaurantketten McDonalds und Subway verlangen einem Pressebericht zufolge von ihren Vertragspartnern in Deutschland Einblicke in die Intimsphäre ebenso wie in die politische Gesinnung. Beide Unternehmen verfügen über eine sogenannte Franchise-Struktur, bei der lokale Vertragspartner der Markenträger Fast-Food-Restaurants auf eigene Rechnung betreiben.

Der Sandwich-Anbieter Subway zum Beispiel verlange von seinen Franchise-Vertragspartnern die Zustimmung zu Prüfberichten "in Einklang mit den Anti-Terror-Gesetzen" wie dem "USA Patriot Act", berichtete der "Spiegel". Diese Reports sollen Informationen über "Charakter", "Lebensweise" und "Beziehungen" enthalten.

Werbevertrag nicht verlängert: Seit Januar beißt Heidi Klum nicht mehr beruflich in die schnell belegte Stulle - wohl unabhängig von jedweden Prüfberichten.
Werbevertrag nicht verlängert: Seit Januar beißt Heidi Klum nicht mehr beruflich in die schnell belegte Stulle - wohl unabhängig von jedweden Prüfberichten.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Bewerber müssten demnach unter anderem wahrheitsgetreu Auskunft erteilen, ob sie "jemals direkt oder indirekt an terroristischen Aktivitäten beteiligt" gewesen seien. Vergleichbare Fragen kennen USA-Reisende von Fragebögen der US-Einwanderungsbehörde.

McDonalds, mit 1333 Filialen Branchenführer in Deutschland, fordert von potenziellen Franchise-Nehmern laut "Spiegel" Angaben über nichteheliche Beziehungen, "körperliche Leiden" sowie über "Datum und Anlass der letzten ärztlichen Untersuchung".

Moritz Karg vom Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein hält die Praxis der amerikanischen Konzerne "aus datenschutzrechtlicher Sicht für unzulässig".

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McDonalds teilte auf Anfrage mit, die Erfassung diene "der grundlegenden Beurteilung und Dokumentation, ob ein Bewerber für so eine weitreichende Geschäftsbeziehung wie einen Franchisevertrag in Betracht kommt". Subway wollte zu der Datenerhebung zunächst nicht Stellung nehmen.

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Quelle: n-tv.de

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