Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Insgesamt 19.000 Jobs fallen weg: Barclays dampft Investmentbanking ein

Anfang des Jahres hieß es, 12.000 Stellen werden gestrichen. Jetzt will Barclays noch mal Tausende Jobs mehr abbauen. Von der Investmentsparte - dem einstigen Gewinnmotor - bleibt nur ein Bruchstück übrig. Der Rest verschwindet in einer Bad Bank.

Die britische Großbank Barclays verschärft ihren Sparkurs und streicht in den nächsten drei Jahren 19.000 Stellen. Bereits 2014 fallen 14.000 Jobs weg, wie Barclays in London bekanntgab. Das sind noch einmal 2000 mehr als bereits im Februar angekündigt. Gekürzt wird vor allem beim Investmentbanking: Bis 2016 fallen in diesem Bereich 7000 Stellen weg.

Hauptgrund ist die anhaltende Flaute im Investmentbanking. Vorstandschef Antony Jenkins will den schwankungsanfälligen Geschäftsbereich, der vom Handel mit Wertpapieren bis zur Fusionsberatung reicht, nun noch stärker eindampfen als nach der Finanzkrise und dem teuren Skandal um manipulierte Zinsen ohnehin geplant war.

"Das hier ist eine drastische Verschlankung von Barclays", erklärte Jenkins, der aus dem Privatkundengeschäft kommt und die Bank seit August 2012 führt. Das Geldhaus mit seinen derzeit 140.000 Mitarbeitern werde international bleiben, sich aber künftig nur noch auf solche Bereiche fokussieren, wo sich gutes Geld verdienen lasse.

Interne "Bad Bank"

Vom einstigen Gewinnmotor Investmentbanking bleibt nur noch ein Bruchteil übrig. Große Teile des kapitalzehrenden Geschäfts werden in eine interne "Bad Bank" geschoben, wie sie auch die Deutsche Bank hat. Dass Barclays beim Sparen noch einmal einen Zahn zulegen muss, hatte sich schon länger abgezeichnet. Denn gerade im Investmentbanking werden viele Handelsgeschäfte durch strengere Kapitalvorgaben der Regulierer teurer, während der Markt insgesamt schrumpft. Insbesondere der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren schwächelt bereits seit mehreren Quartalen.

Von den 19.000 Jobs, die nun zusätzlich wegfallen sollen, entfallen 7.000 auf die Investmentbank. Aus ihr werden außerdem 90 Milliarden Pfund an Risikopositionen (RWA) herausgeschnitten und in die "Bad Bank" verlagert. Die Abwicklungseinheit ist aber noch viel größer, denn dort landet auch das Privatkundengeschäft in Europa außerhalb des britischen Heimatmarktes - die Länder Italien, Frankreich, Spanien und Portugal gibt Jenkins komplett auf. "Hier wäre ein Verkauf der Geschäftsteile denkbar oder ein Börsengang", sagte er dem Sender CNBC.

Quelle: n-tv.de

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