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Geiwitz kündigt Statement an: Investor übernimmt Weltbild

Für den insolventen Weltbild-Konzern tut sich nach wochenlanger Suche ein Ausweg auf: Ein Retter aus München will als Mehrheitsgesellschafter bei der Verlagsgruppe einsteigen. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Lösung gefunden? Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz (r.) bei einer Betriebsversammlung im März.
Lösung gefunden? Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz (r.) bei einer Betriebsversammlung im März.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Weg in den Neuanfang scheint offen: Für den insolventen Weltbild-Konzern mit Sitz in Augsburg hat sich offenbar ein neuer Geldgeber gefunden. Die Münchner Investment-Firma Paragon werde Mehrheitsgesellschafter der insolventen Verlagsgruppe, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Informationen aus Verhandlungskreisen. Offiziell ist der Einstieg allerdings noch nicht.

Ziel sei es, Weltbild mit sämtlichen Betriebsteilen als Ganzes fortzuführen, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens. Dazu zählen diesen Angaben zufolge auch das Filialgeschäft sowie die Auslandsgesellschaften in der Schweiz und Österreich.

Zerschlagung vom Tisch

Sowohl der Online- als auch Katalog- und Filialhandel gingen in die Hände Paragons über, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Zusammen mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz solle die Sanierung des Konzerns vorangebracht und Weltbild wieder auf einen stabilen Kurs zurückgeführt werden.

Insolvenzverwalter Geiwitz wollte am Sonntag zunächst keine Stellungnahme zur neuen Entwicklung abgeben. Allerdings kündigte er für Montag eine Mitteilung an. Nach Informationen der SZ will Geiwitz die neue Sachlage offenbar erst den 2200 Mitarbeitern der Weltbild-Verlagsgruppe auf einer Betriebsversammlung mitteilen.

Nicht nur das E-Book-Geschäft?

Paragon verwaltet nach eigenen Angaben etwa 650 Millionen Euro, unter anderem von Lebensversicherungen, Pensionskassen und Universitätsstiftungen sowie eigenes Kapital. Der Investor will angeblich alle Sparten der kirchlichen Verlagsgruppe übernehmen, also nicht nur die besonders attraktiven Anteile am E-Book-Lesegerät Tolino, das Weltbild mit Hugendubel, Thalia, Bertelsmann und der Telekom erfolgreich betreibt.

Vor einer Woche hatte bereits die "Augsburger Allgemeine" gemeldet, ein Finanzinvestor aus dem Raum München sei bereit, die Mediengruppe Weltbild als Ganzes samt Buchhandelskette zu übernehmen. Am Wochenende hatten sich dann die Anzeichen auf eine unmittelbar bevorstehende Lösung verdichtet.

Die katholische Kirche hatte ihren Verlags- und Buchhandelskonzern Weltbild im Januar in die Pleite entlassen. Angesichts unerwartet hoher Verluste drehte sie dem Unternehmen den Geldhahn zu. Nach der Insolvenz der Zentrale folgte im Februar die Buchhandelstochter unter den Schutz des Insolvenzrechts, um Zeit für eine Sanierung zu gewinnen.

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