Wirtschaft
Demonstranten in Tel Aviv: Das militärische Vorgehen ist auch innerhalb Israels umstritten. Ein dauerhafter Frieden wäre für die wirtschaftliche Entwicklung auf beiden Seiten wohl die bessere Wahl.
Demonstranten in Tel Aviv: Das militärische Vorgehen ist auch innerhalb Israels umstritten. Ein dauerhafter Frieden wäre für die wirtschaftliche Entwicklung auf beiden Seiten wohl die bessere Wahl.(Foto: REUTERS)

Neue Prognose im Nahen Osten: Israel verliert an Wirtschaftskraft

Der Krieg im Gazastreifen hinterlässt in den volkswirtschaftlichen Kennzahlen tiefe Spuren: Die israelische Wirtschaft büßt deutlich an Stärke ein. Die Exporte gehen zurück, die Investitionen schwinden. Noch ist das Land nicht von einer Rezession bedroht.

Israels Wirtschaft hat parallel zum Ausbruch des Gaza-Konflikts deutlich an Fahrt verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet nur noch um 1,7 Prozent, wie das Statistikamt am Wochenende unter Berufung auf eine erste Schätzung mitteilte.

Damit war das Wachstum so schwach wie zu Beginn 2013 nicht mehr. Die neue Schätzung fiel zudem deutlich geringer aus als von Ökonomen erwartet. Im zweiten Quartal scheint die israelische Wirtschaft erheblich unter dem Beschuss durch Hamas-Raketen aus dem Gazastreifen und den Folgen der umfangreichen Militäroffensive in dem von Palästinensern bewohnten Küstenstreifen gelitten zu haben. Im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte die Wirtschaftskraft Israels noch mit einer aufs Jahr hochgerechneten Wachstumsrate von 2,8 Prozent zugelegt.

Grund für das deutlich abgebremste Wachstum waren den Angaben der Statistiker zufolge insbesondere die kräftigen Rückgänge bei den Exporten und bei den Investitionen. Zeitweise stand eine Sperre des israelischen Luftraums für den zivilen Fracht- und Luftreiseverkehr zur Debatte, was die Wirtschaftsleistung auf Dauer wohl sehr stärker in Mitleidenschaft gezogen hätte. Dass vorläufige BIP-Daten revidiert werden, ist an sich nicht ungewöhnlich. Allerdings fallen die Korrekturen selten so deutlich aus wie zuletzt.

Für das Gesamtjahr wurde der ursprünglichen Prognose zufolge zunächst noch ein Wachstum von 2,9 Prozent erwartet. Doch dann begann im Juli Israels Krieg gegen die radikal-islamische Hamas im Gazastreifen. Den aktuellen Schätzungen zufolge könnte das den BIP-Anstieg um bis zu einen halben Prozentpunkt schmälern.

Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass die Offensive im Gazastreifen tatsächlich erst Anfang Juli begann und damit aus der Sicht der Statistiker in das letzte Drittel des betrachteten Dreimonatszeitraums Mai, Juni und Juli fällt. Den formellen Auslöser der aktuellen militärischen Eskalation bildete die Entführung und Ermordung dreier Jugendlicher Mitte Juni. Damit könnte ein Teil der wirtschaftlichen Schwäche Israels auch mit anderen, inner-israelischen Faktoren zusammenhängen.

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Quelle: n-tv.de

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