Wirtschaft
Googles Steuergebaren steht stellvertretend für eine ganze Reihe von US-Internet- und Hightechunternehmen.
Googles Steuergebaren steht stellvertretend für eine ganze Reihe von US-Internet- und Hightechunternehmen.(Foto: REUTERS)

Wenig durchdacht? Purer Populismus?: Italien plant "Google-Steuer"

Starbucks zahlt in Großbritannien keine Steuern. Bei Amazon und Google ist es nicht viel mehr. Das Steuergebaren der US-Konzerne in Europa steht in der Kritik. Da prescht Italien mit einer ganz eigenwilligen Idee vor.

Das schuldengeplagte Italien will Internet-Multis wie Google, Amazon und Yahoo stärker zur Kasse bitten. Das sieht ein Steuervorhaben der Mitte-Links-Partei PD vor, die den größten Block in der Koalitionsregierung stellt. Demnach sollen Firmen in Italien künftig nur noch über eine im Land steuerlich angemeldete Agentur im Netz werben und verkaufen dürfen.

Die sogenannte "Google-Steuer" soll mindestens 1 Milliarde Euro pro Jahr in die Staatskasse spülen. Es sei nicht akzeptabel, dass Online-Firmen in Italien erwirtschaftete Einnahmen zu niedrigen Sätzen im Ausland versteuerten, sagte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Francesco Boccia.

Steuergebaren sorgt für Unmut

Zuletzt hatten Strategien von US-Konzernen wie Apple, Starbucks und Google zur Reduzierung der Steuerlast in Europa für Empörung gesorgt. Trotz Umsätzen in Milliardenhöhe zahlen die Firmen dank ausgefeilter Buchführung oft nur sehr niedrige Steuern. Dazu nutzen sie auch besondere Regeln etwa in den Niederlanden, Irland und Luxemburg. Die EU hatte daraufhin im September angekündigt, sich die Steuer-Gesetze dort und eventuell auch in anderen Ländern genauer anzusehen.

In Italien hat es bereits mehrfach Vorschläge für ein schärferes Vorgehen gegen multinationale Firmen gegeben. Allerdings ist keiner der Pläne bislang Gesetz geworden. Kritiker nannten auch das jüngste Vorhaben wenig durchdacht.

Quelle: n-tv.de

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