Wirtschaft
Sanktionen könnten das Wachstum gefährden: Pier Carlo Padoan sieht ein ein Problem für alle Seiten.
Sanktionen könnten das Wachstum gefährden: Pier Carlo Padoan sieht ein ein Problem für alle Seiten.(Foto: REUTERS)

Angst vor der Wachstumsdelle?: Italien sorgt sich um Deutschland

Südlich der Alpen verfolgen Experten die Wirtschaftsleistung der Deutschen offenbar mit wachsender Nervosität. Roms Wirtschaftsminister spricht von "schrillenden Alarmglocken" - und warnt vor verschärften Russland-Sanktionen.

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Das Euroland Italien bangt um den Aufschwung in Europa und blickt dabei voller Sorgen nach Deutschland. Europas Wirtschaft sei derzeit schwächer als noch vor einem halben Jahr erwartet, warnte Italiens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan vor dem Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments.

"Das gesamtwirtschaftliche Bild ist enttäuschend und jüngste Daten aus Deutschland lassen die Alarmglocken schrillen." Der Minister ließ offen, auf welche Zahlen er sich bezieht. Im Mai war die Produktion von Industrie, Baubranche und Energie-Erzeugern in Deutschland um 1,8 Prozent eingebrochen - der stärkste Rückgang seit mehr als zwei Jahren.

Stagnation im zweiten Halbjahr?

Die Bundesbank erwartet zudem nach dem starken Jahresauftakt für das zweite Quartal eine stagnierende Wirtschaftsleistung. Begünstigt von ungewöhnlich mildem Winterwetter hatte Deutschland in den ersten drei Monaten des Jahres mit einem starken Wachstum von 0,8 Prozent Europas Konjunktur angeschoben.

Padoan sieht nun offenbar die drohende Wachstumsdelle in Deutschland als Beleg, dass die ökonomische Erholung der Eurozone noch immer auf wackeligen Beinen steht. In dieser Situation sei es ein Problem für alle Seiten, falls die Wirtschaftssanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise verschärft werden sollten, warnte der Minister und frühere Chefvolkswirt der Industrieländer-Gruppe OECD vor Reportern.

Quelle: n-tv.de

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