Wirtschaft
Eni hat bislang rund sechs Milliarden Dollar in die Goliat-Förderung investiert.
Eni hat bislang rund sechs Milliarden Dollar in die Goliat-Förderung investiert.(Foto: Eni)

Goliat braucht hohen Ölpreis: Italiener starten nördlichste aller Bohrinseln

So hoch im Norden hat noch nie jemand Öl gefördert: Mit der Bohrinsel Goliat zapft ein italienischer Konzern ab sofort das gleichnamige Ölfeld vor der Küste Norwegens ab. Allerdings könnte ein anhaltend niedriger Ölpreis das Projekt zunichte machen.

Jahre verspätet und deutlich teurer als zunächst angenommen hat der italienische Ölkonzern Eni die nördlichste Ölplattform der Welt in Betrieb genommen. Sie pumpt das Ölfeld Goliat an, das in der Barentssee liegt, rund 80 Kilometer von der Nordküste Norwegens entfernt. Ein Eni-Sprecher sagte, der Konzern habe nach der endgültigen Freigabe durch die norwegischen Behörden am Samstagabend mit der Ölförderung begonnen. Es sei ein wichtiger Meilenstein für Eni, aber auch die Branche und Norwegen.

Die Pläne mit der Bohrinsel lagen bereits zwei Jahre hinter dem Zeitplan und deutlich über dem Budget, als es im Dezember einen weiteren Rückschlag gab. Die norwegischen Behörden verlangten für eine Freigabe mehr Informationen zu Sicherheits- und anderen Aspekten.

Eni hat bislang rund sechs Milliarden Dollar in die Goliat-Förderung investiert. Der Konzern wird angesichts des massiven Ölpreisverfalls, der auf die Margen drückt, Schwierigkeiten haben, die Bohrinsel profitabel zu machen. Mehrere Analysten haben den Break-Even für Goliat bei einem Ölpreis von mehr als 100 Dollar pro Barrel verortet. In diesem Jahr lag der Ölpreis die meiste Zeit unterhalb der 40-Dollar-Marke.

100.000 Barrel Öl sollen täglich sprudeln

In einer Stellungnahme von Eni hieß es, dass in dem Ölfeld in der Barentssee Reserven von rund 180 Millionen Barrel Öl vermutet werden. Der tägliche Ausstoß sollte 100.000 Barrel betragen. Eni hält einen Anteil von 65 Prozent an Goliat, der Rest gehört dem norwegischen Staatskonzern Statoil.

Gefördert wird das Öl über 22 Bohrlöcher, von denen 17 bereits fertig sind. Eni betonte, dass die Plattform die neueste Technologie nutzt, um die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering zu halten. Sie wird über Unterwasserkabel mit Strom vom Festland versorgt, was nach Konzernangaben den Kohlendioxid-Ausstoß um 50 Prozent verglichen mit anderen Methoden reduziert. Wasser und Gas werden wieder in die Reservoirs zurückgepumpt.

"Die Inbetriebnahme von Goliat ist ein wichtiger Meilenstein für Enis Wachstumsstrategie und wird erheblich zum Cashflow beitragen", teilte der italienische Konzern mit. Ende Februar hatte Eni mehr Einsparungen versprochen, nachdem der Ölpreisverfall dem Konzern im vierten Quartal einen Verlust in dreifacher Höhe des Vorjahres eingebracht hatte.

Quelle: n-tv.de

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