Wirtschaft
Ivanka Trump ist wegen ihrer umstrittenen PR-Aktionen in die Kritik geraten.
Ivanka Trump ist wegen ihrer umstrittenen PR-Aktionen in die Kritik geraten.(Foto: REUTERS)
Montag, 13. Februar 2017

Vierte Handelskette auf Distanz: Ivanka Trump verliert weiteren Partner

Der US-Präsident spricht mittlerweile von einer Schmutzkampagne gegen seine Tochter: Schon die vierte Kaufhauskette nimmt die Produkte von Ivanka Trump aus dem Sortiment - und führt sinkende Nachfrage als Grund an. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit.

Nach der Kaufhauskette Nordstrom hat nun auch der US-Einzelhändler Sears Holdings die Modelinie von Ivanka Trump aus dem Sortiment genommen. Wie der TV-Sender CNN berichtet, hat das Unternehmen am vergangenen Wochenende 31 Produkte ihrer Kollektion für Heimtextilien aus dem Online-Shop entfernt. Ein Firmensprecher sagte, Sears habe sich dazu entschieden, nur noch "die profitabelsten Marken" online zu vertreiben. Bei Geschäftspartnern der Holding sollen sie weiterhin erhältlich sein.

Eine Sears-Filiale in Peabody im US-Bundesstaat Massachusetts.
Eine Sears-Filiale in Peabody im US-Bundesstaat Massachusetts.(Foto: AP)

Sears ist damit bereits die vierte US-Handelskette, die die Zusammenarbeit mit der Tochter von Donald Trump beendet. Zuvor hatten sich neben Nordstrom auch die beiden Firmen Neiman Marcus und TJ Maxx von der Präsidententochter distanziert. Sears Holdings betreibt in den Vereinigten Staaten rund 1500 Filialen - die Firma gilt als einer der größten Einzelhändler im Land.

Für Ivanka Trump ist das Ende der Zusammenarbeit mit Sears ein weiterer Tiefschlag in ihrer zuvor sehr erfolgreichen beruflichen Karriere. Ihr Vater, Donald Trump, hatte zuletzt Nordstrom öffentlich attackiert und der Handelskette eine politische Motivation hinter der Beendigung der Zusammenarbeit unterstellt. Auf Twitter erklärte er, die 35-Jährige werde unfair behandelt. Nordstrom hatte die Entscheidung mit schlechten Verkaufszahlen begründet.

Trump gibt den Medien die Schuld

Wie das "Wall Street Journal" am Samstag berichtete, sank der Umsatz, den Nordstrom mit Ivanka Trumps Linie im vergangenen Geschäftsjahr machte, tatsächlich um fast ein Drittel. Besonders starke Rückgänge gab es demnach in den letzten Wochen des Präsidentschaftswahlkampfes. Im Oktober hatte ein Video für Empörung gesorgt, in dem sich Donald Trump damit brüstete, Frauen unsittlich berührt zu haben. Dessen Aussage "Grab'em by the pussy!" war daraufhin von Frauenrechtlerinnen aufgegriffen unter dem Slogan "Grab your wallet!" - "Greift Eure Geldbörsen!" - in einen Boykottaufruf umgewandelt worden.

Die Aktivisten forderten alle US-Bürger dazu auf, keine Produkte mehr zu kaufen, die von der Trump-Familie vertrieben werden. Die Kollektion von Ivanka Trump umfasst neben Kleidung auch Handtaschen, Schuhe und Schmuck. Nach Trumps Wahlsieg im November war die 35-Jährige wegen umstrittener PR-Aktionen für ihre Produkte kritisiert worden. Sie hatte unter anderem einen TV-Auftritt des Trump-Clans genutzt, um Werbung für einen 10.800 Dollar teuren Armreif aus ihrer Kollektion zu machen. Der Vorfall hatte die ohnehin schon hitzige Diskussion über Interessenkonflikte der Familie weiter verschärft.

Infolge dessen sanken demnach nicht nur bei Nordstrom die Umsätze. Allein im Januar 2017 seien die Online-Verkäufe bei Nordstrom, Amazon, Zappos, Macy's und Bloomingdale's um rund 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen, berichtete das "Wall Street Journal" weiter. An einen Boykott der US-Bürger will Trump aber weiterhin nicht glauben. Stattdessen machte er den Medien schwere Vorwürfe. "Von den Medien missbraucht und so schlecht behandelt zu werden, und den Kopf dennoch so hoch zu halten, ist wirklich wunderbar", schrieb Trump auf Twitter über seine Tochter.

Quelle: n-tv.de

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