Wirtschaft

Machtwechsel an der Wall Street : JP Morgan bekommt Finanzchefin

Nach dem milliardenschweren Spekulationsverlust bei JP Morgan Chase geht das Stühlerücken weiter. Die Bank bekommt einen neuen Finanzchef, genauer: eine Finanzchefin. Marianne Lake soll dabei helfen, das verlorene Renommee zurückzugewinnen.

Die studierte Physikerin Lake wird künftig die Finanzgeschicke von JP Morgan leiten.
Die studierte Physikerin Lake wird künftig die Finanzgeschicke von JP Morgan leiten.(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Frau wacht künftig über die Finanzen bei der größten US-Bank JP Morgan Chase. Marianne Lake übernehme Anfang kommenden Jahres den Posten des Finanzchefs, erklärte das Institut. Die 43-Jährige wird damit eine der mächtigsten Frauen innerhalb der Bank und an der Wall Street überhaupt.

Zu Lakes vordringlichen Aufgaben dürfte es gehören, das Vertrauen der Finanzgemeinde in JP Morgan Chase wieder restlos herstellen. Die Bank hatte im ersten Halbjahr einen Sp ekulationsverlust von 5,8 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro) verdauen müssen, weil sich Londoner Händler verzockt hatten. Mehrere Führungskräfte mussten gehen.

"Marianne Lake ist eine hervorragende Wahl für diesen wichtigen Posten", sagte Bankchef Jamie Dimon am Firmensitz in New York. Lake führt zurzeit die Finanzen im erfolgreichen Privatkundengeschäft; davor arbeitete sie unter anderem im Investmentbanking von JP Morgan Chase. Ihre Karriere startete sie bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PwC).

Vorgänger Doug Braunstein wird sich künftig um Top-Kunden des Hauses kümmern. Der amtierende Finanzchef war wegen des Spekulationsdebakels mit in die Schusslinie geraten. Er sitzt seit Juni 2010 auf dem Posten.

JP Morgan ist das größte Kreditinstitut der Vereinigten Staaten mit Filialen im ganzen Land und einem starken Investmentbanking. Das Wall-Street-Haus galt eigentlich als Hort der Stabilität. Aus der Finanzkrise war JPMorgan gestärkt hervorgegangen. Bankchef Dimon müht sich nun, mit neuen Leuten das alte Renommee wiederherzustellen.

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Quelle: n-tv.de

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