Wirtschaft
Blick über das Kerngeschäft am Morgen der Bilanzvorlage: Im Hintergrund grüßt die Frankfurter Skyline - dort ist die Fraport-Aktie im MDax notiert.
Blick über das Kerngeschäft am Morgen der Bilanzvorlage: Im Hintergrund grüßt die Frankfurter Skyline - dort ist die Fraport-Aktie im MDax notiert.(Foto: twitter.com/airport_FRA)

Analyst empfiehlt: "Kaufen": Fraport verdient weniger

Der starke Passagierandrang am größten Drehkreuz im deutschen Luftreiseverkehr verschafft dem Flughafenbetreiber Fraport weniger Aufwind als erwartet. Der Umsatz steigt deutlich, doch beim Überschuss verliert der MDax-Konzern an Höhe.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat 2013 weniger verdient als vor Jahresfrist. Der Überschuss sank aufgrund höherer Finanzierungskosten und Abschreibungen für den Flughafenausbau um 6,3 Prozent auf 236 Millionen Euro, wie Fraport am Morgen mitteilte. Damit schnitt der Betreiber des größten deutschen Luftdrehkreuzes allerdings immer noch etwas besser ab als am Markt erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas Überschuss von lediglich 227 Millionen Euro gerechnet.

Fraport begründete den Rückgang in der aktuellen Jahresbilanz auch mit den finanziellen Erfolgen aus dem Vorjahr. Damals seien die Zahlen aufgrund einmaliger Erträge im Finanzanlagenmanagement aufgebläht gewesen, hieß es.

Klare Analystenempfehlung

An der Börse kam die Bilanz des MDax-Konzerns offenbar nicht gut an: In einem insgesamt unsicheren Gesamtmarkt gaben die Fraport-Aktien in ersten Reaktionen rund 0,6 Prozent ab. Analysten konnten zunächst keine großen Überraschungen in den Geschäftszahlen erkennen. Die Umsätze seien "in line", das Ebitda dagegen etwas schwächer ausgefallen, bewege sich aber im Rahmen der vom Unternehmen ausgegebenen Ziele, fasste zum Beispiel Dirk Schlamp von der DZ Bank seine Eindrücke zusammen.

Das Nettoergebnis habe die Erwartungen nicht ganz getroffen. Die Dividende bleibe mit dem Ausschüttungsvorschlag im Rahmen und entspreche einer Auszahlungsquote von 52 Prozent. Auch der Ausblick entspreche unter Berücksichtigung der Bilanzierungsänderungen den Prognosen. Die DZ-Bank stuft Fraport daher mit "Buy" und einem "fairen Wert" von 59 Euro ein.

Shopping-Center mit Fluganbindung

Dass die Gewinne unter dem Strich etwas magerer ausfallen, sagt allerdings nicht viel über die allgemeine geschäftliche Entwicklung aus: Im zurückliegenden Jahr schwoll der Umsatz um 4,9 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte parallel dazu um knapp vier Prozent auf 880 Millionen Euro zu. Analysten hatten hier mit einer besseren Entwicklung gerechnet.

Der Passagierzuwachs am wichtigsten Flughafenstandort des Unternehmens lag über den Erwartungen. Die Zahl der Fluggäste am Flughafen Frankfurt nahm im zurückliegenden Jahr um rund ein Prozent auf 58 Millionen zu. Bei ihrem Aufenthalt am Flughafen gaben die Passagiere dabei zudem auch mehr Geld für Einkäufe aus: 2013 blieben von den Shoppingtouren jedes Passagiers im Schnitt 3,60 Euro bei Fraport hängen nach 3,32 Euro im Vorjahr.

Großkunde Lufthansa

Geholfen hat dabei, dass Fraport dank der Eröffnung eines neuen Flugsteigs mehr Einkaufsfläche bieten konnte. Weiterer Schub für den Gewinn kam von den Flughafengebühren, die der Airport Anfang des Jahres um drei Prozent angehoben hatte. Auch die Geschäfte der Auslandsflughäfen liefen gut - die Frankfurter betreiben unter anderem die Flughäfen von Lima und Antalya. Für 2014 erwartet Fraport-Chef Stefan Schulte allein in Frankfurt aufgrund der wirtschaftlichen Erholung bei den Airlines und vor allem beim Großkunden Lufthansa mit zwei bis drei Prozent mehr Fluggästen als im Vorjahr.

Auf dieser Grundlage traut sich der MDax-Konzern einen unveränderten Kurs in der Ausschüttungspolitik zu. Die Anteilseigner sollen nach dem Vorschlag des Vorstands für das abgelaufene Jahr eine stabile Dividende von 1,25 Euro je Aktie erhalten. Für 2014 rechnet Fraport mit einem leicht steigenden Überschuss und stellt seinen Aktionären eine mindestens stabile Dividende in Aussicht.

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Quelle: n-tv.de

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