Wirtschaft
Sehen wir zum Jahresende noch ein Kursfeuerwerk?
Sehen wir zum Jahresende noch ein Kursfeuerwerk?

Diskutieren Sie mit: Jahresendrally für den Dax?

An Zinserträgen ist für Privatanleger derzeit wenig zu holen. Dafür lockt der Aktienmarkt. Ein kräftiges Plus lässt auf einen Schlussspurt zum Jahresende hoffen - oder eben nicht. Telebörse.de lauscht den Börsenexperten und will aber auch von Ihnen wissen: Wo steht der Dax am Jahresende?

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Die Anleger befinden sich derzeit mitten in einem heißen Herbst - zwei Jahre nach der Pleite der US- Investmentbank Lehman Brothers ist der Schock am Aktienmarkt verdaut. Die Fieberkurve des deutschen Marktes - der Dax - stieg seit dem Tief Anfang 2009 um rund 80 Prozent und erklomm zuletzt den höchsten Stand seit dem Sommer 2008. Nach diesem starken Anstieg ist die Luft nach Einschätzung der meisten Experten erst einmal etwas raus. Es dürfte zwar noch weiter nach oben gehen, aber nicht mehr so rasant wie zuletzt. Einige warnen allerdings auch vor zu viel Euphorie - schließlich steht der Aufschwung, einer der wichtigsten Gründe für die steigenden Kurse, noch auf tönernen Füßen.

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka-Bank, sieht von dieser Seite allerdings keine zu großen Gefahren auf die Aktienmärkte zukommen. "Die Weltkonjunktur bleibt weiterhin intakt." Der erneute Rückfall in die Rezession stelle "wohl doch eher das Ungeheuer von Loch Ness der Konjunkturbeobachtung dar: viel gefürchtet, selten gesehen". Trotz seines Konjunkturoptimismus rechnet der Experte der Fondsgesellschaft der Sparkassen bis zum Jahresende eher mit Rückschlägen. Innerhalb eines Jahres soll der Dax dann aber um weitere zwei Prozent auf 6750 Punkte steigen.

Was haben die Rezession und Nessie gemeinsam? "Viel gefürchtet, selten gesehen", meint Volkswirt Kater.
Was haben die Rezession und Nessie gemeinsam? "Viel gefürchtet, selten gesehen", meint Volkswirt Kater.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Am optimistischsten von den 13 befragten Experten ist der britische Vermögensverwalter HSBC Global Asset Management, der den Dax am Jahresende bei 7.100 Punkten sieht. "Aktien sind derzeit gegenüber Anleihen recht billig", sagte der Chefstratege des Vermögensverwalters, Christian Heger. Und diesen Bewertungsrückstand dürften die Dividendenpapiere in den nächsten Monaten aufholen. Allerdings könnte der Dax auch erst in den ersten paar Wochen des neuen Jahres die von ihm anvisierte Marke erreichen, schränkt der Experte ein.

Ähnlich positiv gestimmt ist derzeit Marktstratege Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. "Kommt es in den nächsten beiden Jahren zu keiner Rezession, dürften die Unternehmensgewinne weiter ansteigen", schreibt er in einer Studie. Selbst wenn sich die aktuellen Gewinnerwartungen der Analysten als etwas zu optimistisch erweisen sollten, sieht er in Aktien auf Sicht der nächsten Monate, vielleicht sogar für die nächsten ein bis zwei Jahre, die attraktivste Anlageform. "Der jüngste Anstieg könnte der Auftakt zu einer Jahresendrallye sein, die den Dax zunächst bis auf unser diesjähriges Kursziel von 6750 Punkten hieven sollte."

Etwas skeptischer sieht Aktienmarktstratege Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Lage am Aktienmarkt. Er hatte im Mai sein ursprünglich angegebenes Dax-Jahresziel gesenkt, ist aber zunächst wieder zu der alten Marke von 6100 Punkten zurückgekehrt. "Wir wollen signalisieren, dass der Markt bereits viel Positives vorweggenommen hat und das Potenzial nach oben deshalb begrenzt ist. Zudem haben sich die mittelfristigen Aussichten eingetrübt." So hätten die US-Frühindikatoren als wichtiger Gradmesser für die Entwicklung am Aktienmarkt bereits ihren Höhepunkt überschritten.

 

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Quelle: n-tv.de

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