Wirtschaft
Die Ratingagentur Fitch zweifelt an der Machbarkeit der Haushaltspläne der japanischen Regierung.
Die Ratingagentur Fitch zweifelt an der Machbarkeit der Haushaltspläne der japanischen Regierung.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Moody's nun Fitch?: Japan droht weitere Abstufung der Bonität

Zweifel an der Kreditwürdigkeit Japans könnten eine Abwertung durch die Ratingagentur Fitch nach sich ziehen: Diese geht davon aus, dass die Bonitäts-Bewertung des Landes zu Jahresbeginn um eine Stufe gesenkt wird. Der Grund ist eine politische Entscheidung.

Die Ratingagentur Fitch hat kurz vor der Neuwahl in Japan eine schlechtere Bewertung der Kreditwürdigkeit des Landes in Aussicht gestellt. "Wir erwarten, dass das Rating gesenkt wird", sagte der für den Asien-Pazifik-Raum zuständige Fitch-Mitarbeiter Andrew Colquhoun. Als Grund nannte er die geplante Verschiebung der Mehrwertsteuererhöhung.

Es sei unwahrscheinlich, dass die Regierung in Tokio einen Etat für das kommende Haushaltsjahr stemmen könne, der die dadurch entstehenden Einnahmeausfälle auffange. Japan plane zudem eine Senkung der Körperschaftssteuer, was es zusätzlich erschweren dürfte, das Haushaltsdefizit zu schließen, fügte Colquhoun hinzu. Voraussichtlich werde Fitch aber nicht in Erwägung ziehen, das gegenwärtige Rating "A+" um mehr als eine Stufe zu senken. Fitch wolle abwarten, welches Budget Japan zusammenstelle. Mit der Herabstufung sei Anfang kommenden Jahres zu rechnen.

Erst kürzlich hatte Moody's Japans Rating um eine Stufe auf "A1" von "Aa3" gesenkt. Das neue Rating entspricht der Note, die Fitch derzeit Japan verleiht. Anlagen gelten damit als sicher, sofern keine unvorhergesehenen Ereignisse die Gesamtwirtschaft belasten. Diese Einschätzung würde auch bestehen, sollte Fitch das Rating nur um eine Stufe senken.

Japan hält am Sonntag eine vorgezogene Parlamentswahl ab. Favorit ist die Partei von Regierungschef Shinzo Abe, der sich Rückendeckung für seine Wirtschaftspolitik holen will. Er plant unter anderem eine Verschiebung der Mehrwertsteuererhöhung aus Rücksicht auf die maue Wirtschaftslage.

Quelle: n-tv.de

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