Wirtschaft
Japans Regierung hofft, dass höhere Löhne den Konsum ankurbeln.
Japans Regierung hofft, dass höhere Löhne den Konsum ankurbeln.(Foto: REUTERS)

Erste Erfolge an der Deflationsfront: Japan kämpft sich zurück

In Tokio deutet vieles darauf hin, dass der zähe Preisverfall ein Ende findet. Die Verbraucherpreise ziehen an, die Industrieproduktion steigt, die Lage am Arbeitsmarkt bessert sich. Nun hofft die Regierung, dass die Unternehmen die Löhne anheben.

Japan sieht ein Ende des jahrelangen Preisverfalls näher rücken. Die Verbraucherpreise zogen im Dezember um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an und damit im nunmehr siebten Monat in Folge, wie die Regierung bekanntgab. Das ist ein deutlicherer Anstieg als von Ökonomen im Schnitt erwartet worden war. Die Industrieproduktion legte zugleich erstmals seit zwei Monaten zu. Sie erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um saisonbereinigt 1,1 Prozent. Positive Nachrichten gab es auch von Japans Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote sank im Dezember auf 3,7 Prozent nach 4,0 Prozent im Vormonat. Das ist der niedrigste Stand seit sechs Jahren.

Entscheidend wird nach Ansicht von Volkswirten nun aber sein, ob die Unternehmen des Landes ihre gestiegenen Profite dazu nutzen, die Löhne zu erhöhen. Im Frühjahr stehen entsprechende Verhandlungen zwischen großen Arbeitgebern und den Gewerkschaften an. Höhere Löhne seien für das weitere Wachstum der Wirtschaft wichtig, betonte der Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Akira Amari.

Am 1. April wird in Japan die Verbrauchersteuer von 5 auf 8 Prozent erhöht. Dies könnte die Ausgaben der Konsumenten drücken. Ohne Gehaltssteigerungen, die die Inflation abfedern, würde die Kaufkraft der Haushalte sinken. Bislang wurde die Inflation praktisch ausschließlich von den steigenden Energiekosten in Folge des schwachen Yen sowie der Abschaltung der Atomkraftwerke getrieben. Vor diesem Hintergrund drängt Ministerpräsident Shinzo Abe die Wirtschaft dazu, die Löhne zu erhöhen.

Ökonomen uneins

Ob das tatsächlich geschieht, ist aber ungewiss. Die verbesserte Ertragslage der Unternehmen sowie der zunehmende Mangel an Arbeitskräften sprechen nach Ansicht mancher Ökonomen dafür. Andere sehen das allenfalls für große Konzerne. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen, wo das Gros der Japaner beschäftigt ist, dürfte es mit Lohnzuwächsen ihrer Einschätzung nach noch einige Zeit dauern.

Einige Ökonomen rechnen mit Blick auf die anstehende Steuererhöhung damit, dass die Zentralbank ihre Geldpolitik im April noch weiter lockern wird. Um das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen und die Wirtschaft anzukurbeln, will sie die Geldbasis bis 2015 verdoppeln.

Quelle: n-tv.de

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