Wirtschaft
Die Laune der Tokioter Börsianer ist besser als die derzeitige ökonomische Lage Japans.
Die Laune der Tokioter Börsianer ist besser als die derzeitige ökonomische Lage Japans.(Foto: AP)

Weitere Stützungsmaßnahmen nötig : Japan kommt nicht hoch

Japan schlägt sich mit unbefriedigenden Konjunturdaten herum. So sinkt die Industrieproduktion im November stärker als erwartet. Verschärft wird die Lage von einer anhaltenden Deflation. Es wird nun erwartet, dass die Regierung von Ministerpräsident Abe weitere Konjunkturpakete schnürt.

Japans Wirtschaft kommt wegen der weiterhin schleppenden Auslandsnachfrage und der anhaltenden Deflation nicht aus dem Tief. Neue, schwache Konjunkturdaten dürften die Rufe nach weiteren Konjunkturpaketen und zusätzlichen geldpolitischen Lockerungen in den kommenden Monaten lauter werden lassen.

Vor Shinzo Abe liegt ein Berg von Arbeit.
Vor Shinzo Abe liegt ein Berg von Arbeit.(Foto: dpa)

Der neue Ministerpräsident Shinzo Abe hat bereits angekündigt, dass seine Regierung einen umfangreichen Zusatzhaushalt zusammenstellen wird. Auch will er den Druck auf die Notenbank verstärken, mit weiteren geldpolitischen Lockerungen die Wirtschaft zu stützen. Die jüngsten Konjunkturdaten dürften ihm für seine Forderungen weitere Argumente liefern.

Die japanische Industrieproduktion brach im November wegen der schwachen Auslandsnachfrage unerwartet stark ein. Sie fiel gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 1,7 Prozent. Volkswirte hatten im Mittel nur ein Minus von 0,5 Prozent erwartet. Im Oktober war die Produktion saisonbereinigt um 1,6 Prozent gestiegen.

Zudem hat Japan auch nach 15 Jahren die Deflation noch nicht überwunden. Die landesweiten Verbraucherpreise sanken im November in der Kernberechnung, die die Preise für frische Nahrungsmittel heraus rechnet, um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Großraum Tokio, dessen Entwicklung als Frühindikator für die landesweiten Preise gilt, verstärkte sich der Preisrückgang im Dezember: Die Verbraucherpreise sanken in der Kernrate auf Jahressicht um 0,6 Prozent, nachdem sie im November um 0,5 Prozent zurückgegangen waren.

Abe will Inflationsziel von 2,0 Prozent

Im Februar 2012 hatte die Bank of Japan (BoJ) im Kampf gegen die Deflation erstmals ein Inflationsziel eingeführt. Sie hatte angekündigt, auf nahe Sicht einen Anstieg der Verbraucherpreise um 1,0 Prozent und langfristig eine Teuerung von bis zu 2,0 Prozent anzustreben. Zahlreiche Politiker, darunter auch Regierungschef Abe, halten diese Inflationsziele jedoch für zu niedrig. Die BoJ hat wegen des steigenden politischen Drucks bereits angekündigt, das Ziel bei der nächsten geldpolitischen Sitzung im Januar zu überprüfen. Abe fordert ein festes Inflationsziel von mindestens 2,0 Prozent.

"Da die japanische Wirtschaft sich nicht in einer guten Verfassung befindet, wird der Druck anhalten, die Konjunktur zu stützen", sagte Masamichi Adachi, Volkswirt bei JP Morgan Securities Japan. "BoJ-Gouverneur Shirakawa wird unter Beschuss stehen, bis seine Amtszeit endet." Nach dem Ende von Shirakawas Amtszeit im April wird sein Nachfolger gezwungen werden, alles zu tun, um die Probleme des Landes zu beheben, fügte Adachi hinzu.

Der neue Minister für Wirtschaftsförderung, Akira Amari, betonte, dass die Regierung rasch handeln müsse, um den wirtschaftlichen Stillstand zu beenden. Die Zustimmung in der japanischen Öffentlichkeit zu der neuen Regierung gehe auf die Erwartung zurück, dass die Konjunktur belebt werde. Sollten sich diese Erwartungen nicht erfüllen, dürften die Umfragewerte rasch sinken.

Quelle: n-tv.de

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