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Mehrwertsteuer wird erhöht: Japans Industrie im Stimmungshoch

Der schwächere Yen beflügelt Japans Exportwirtschaft: Die Stimmung in der Großindustrie ist so gut wie seit Jahren nicht mehr. Die Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Abe scheint erste Früchte zu tragen.

Japans Wirtschaft meldet sich zurück. Die Stimmung unter den Industriemanagern der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ist angesichts steigender Exportgewinne in Folge des schwachen Yen so gut wie seit fast sechs Jahren nicht mehr, wie aus dem "Tankan" genannten Konjunkturbericht der japanischen Notenbank hervorgeht. Das Barometer für das Vertrauen der Konzerne in die Wirtschaft kletterte deutlich von vier auf plus zwölf Zähler. Das war der dritte Anstieg in Folge und der höchste Stand seit Dezember 2007. Analysten hatten im Mittel nur mit plus sieben Punkten gerechnet. Ein positiver Index bedeutet, dass die Optimisten in der Mehrheit sind.

Vor dem Hintergrund der verbesserten Wirtschaftslage kündigte Ministerpräsident Shinzo Abe an, die Mehrwertsteuer von 5 auf 8 Prozent zu erhöhen. Damit will er die hohe Staatsverschuldung reduzieren. Gemessen an der Wirtschaftsleistung hat das Land den höchsten Schuldenberg aller Industrienationen aufgetürmt.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe.
Japans Ministerpräsident Shinzo Abe.(Foto: REUTERS)

Kritiker zweifeln jedoch, dass die Wirtschaft bereits stark genug für eine Anhebung der Steuern ist. Zwar hat der Konsum dank der Kursgewinne an der Börse in den ersten Monaten des Jahres zugelegt. Die Mehrheit der Verbraucher hält sich nun aber wieder zurück:  Die durchschnittlichen Haushaltsausgaben sanken im August im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent. Auch das durchschnittliche Einkommen der Beschäftigten-Haushalte sank, und zwar um real 0,9 Prozent. Zugleich stieg die Arbeitslosenquote im August von 3,8 Prozent im Vormonat auf 4,1 Prozent.

Doch die Umfrageergebnisse der Zentralbank sind Sicht Abes stark genug, um seine Steuerpläne durchzuziehen. Um die Auswirkungen der Steuererhöhung abzufedern, plant er eine weitere Konjunkturspritze im Volumen von sechs Billionen Yen (45 Mrd. Euro). Zugleich sollen die Unternehmen entlastet werden, damit sie die Löhne im Land erhöhen. Die Börse in Tokio weitete ihre Gewinne nach der Ankündigung Abes aus.

Abe will Japan mit Konjunkturpaketen, einer drastischen Lockerung der Geldpolitik und Reformen aus der jahrelangen Deflation führen und die Exportnation wieder an die Weltspitze zurückführen.

Quelle: n-tv.de

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