Donnerstag, 04. März 2010
Eiserne Kostendisziplin: Japans Industrie spart
In Japan legen sich frische Konjunkturdaten wie Mehltau auf die Stimmung. Trotz einer Reihe ermutigender Signale halten viele Unternehmen weiter die Hand auf der Kasse.
Die Hand am Spar-Katana: Ehre und Verantwortung besitzen in Japan eine bildreiche Tradition.
(Foto: REUTERS)
Die japanische Industrie hat ihre Investitionen im dritten Quartal des bis Ende März laufenden Steuerjahres nochmals deutlich zurückgefahren. Sie sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34,5 Prozent und damit im sechsten Quartal in Folge, wie aus aktuellen Umfragedaten des Finanzministeriums hervorgeht. Allerdings fiel der Rückgang geringer aus als im Vorquartal (40,7 Prozent).
Japans Wirtschaft nimmt dennoch weiter an Fahrt auf. So stieg das Bruttoinlandsprodukt im Berichtszeitraum mit einer hochgerechneten Jahresrate von 4,6 Prozent. Zudem treibt die starke Nachfrage aus China die Industrieproduktion stärker an als erwartet.
Im Griff der Deflation
Der Ausstoß stieg im Januar um 2,5 Prozent im Vergleich zum Dezember. Auch die Auto-Exporte kletterten im Januar stärker als erwartet. Gefahr droht der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt jedoch durch die Deflation mit dauerhaft sinkenden Preisen. Im Januar sanken die Lebenshaltungskosten um 1,3 Prozent und damit im nunmehr 13. Monat in Folge. Die Folge eines andauernden Preisverfalls sind rückläufige Aufträge und geringere Investitionen.
Wie aus der Umfrage des Finanzministeriums unter rund 29 000 Unternehmen weiter hervorgeht, konnten die befragten Unternehmen außerhalb des Finanz- und Versicherungssektors zwar ihre Vorsteuergewinne im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt etwa verdoppeln. Doch verdankten sie dies vor allem den staatlichen Konjunkturspritzen sowie Kürzungen bei Löhnen und anderen Ausgaben.
dpa
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