Wirtschaft

Inlandsverbrauch bleibt flau: Japans Industrie wächst erneut

Mit der japanischen Industrieproduktion geht es auch im Oktober weiter aufwärts. Allerdings ist das Wachstum geringer als prognostiziert. Das Land der aufgehenden Sonne leidet nach wie vor unter einer schwachen Binnenkonjunktur.

Produktion 
bei der Mitsubishi Fuso Truck an Bus Corporation (MFTBC) in Kawasaki.
Produktion bei der Mitsubishi Fuso Truck an Bus Corporation (MFTBC) in Kawasaki.(Foto: dpa)

Die industrielle Produktion in Japan hat im Oktober im zweiten Monat in Folge zugelegt, allerdings blieb der Zuwachs von 1,4 Prozent zum Vormonat hinter den von Volkswirten erwarteten 1,9 Prozent zurück. Im September war nach vier Monaten mit Rückgängen mit 1,1 Prozent erstmals wieder ein Plus verbucht worden. Nach Regierungsangaben zeigten die Exporte im Oktober Zeichen einer Stabilisierung, während der inländische Verbrauch weiter flau geblieben sei.

Das Wirtschafts-, Handels- und Industrieministerium in Tokio stufte die Entwicklung als einen anhaltenden Seitwärtstrend ein. Die Umfrage unter Unternehmen deutet für November auf einen 0,2-prozentigen Zuwachs der Produktion hin, während für Dezember ein Minus von 0,9 Prozent prognostiziert wird.

Aus Sicht von Volkswirten stützt die Exportnachfrage für Apples iPhone zwar die industrielle Aktivität in Japan, doch die Bereitschaft zu Investitionen bleibe insgesamt zurückhaltend. Dies sei Folge der sinkenden Bevölkerungszahl in Japan und attraktiveren Investitionsmöglichkeiten im Ausland. Dies zeigt sich auch in der Verdopplung der Akquisitionen japanischer Unternehmen im Ausland von bislang 10 Billionen Yen im Jahresverlauf, was aber der inländischen Wirtschaftsaktivität nicht helfe.

Privater Verbrauch gesunken

Der Einzelhandelsumsatz erholte sich im Oktober zwar gleichfalls, er legte im Monatsvergleich um 1,8 Prozent zu nach einem Minus von 0,1 Prozent im September. Die Belebung sei getragen worden durch einen höheren Absatz von Pkw, Bekleidung, Lebensmitteln und Haushaltsgeräten, so das Ministerium. Die schwache Inlandsnachfrage wird aber untermauert durch den um 2,4 Prozent gesunkenen privaten Verbrauch, wie das Ministerium am Freitag berichtet hatte.

Die gedämpfte Produktion wird auch im Automobilsektor deutlich. Sie sank im Oktober im 16. Monat in Folge und lag mit 813.110 Pkw, Bussen und Lkw um 0,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Dagegen stiegen die Fahrzeugexporte um 3,8 Prozent auf 416.472 Einheiten, wie der Branchenverband mitteilte.

Quelle: n-tv.de

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