Wirtschaft
Die Bank of Japan in Tokio.
Die Bank of Japan in Tokio.(Foto: REUTERS)

BoJ hält Drehzahl hoch: Japans Notenpresse rotiert weiter

Die Währungshüter der Bank of Japan rücken nicht von ihrem geldpolitischen Kurs ab. Auch wenn das Billiggeld der "Abenomics" noch nicht die großen Erfolge für die Wirtschaft bringt, eine Schippe mehr, wie manche gehofft haben, gibt es nicht.

Die japanische Notenbank behält ihre ultra-lockere Geldpolitik bei. Die Währungshüter der Bank of Japan (BoJ) entschieden das neunte Mal in Folge, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt mit einer anhaltenden Geldflut flottzumachen. In konkreten Zahlen bedeutet das, in den kommenden zwei Jahren werden noch einmal umgerechnet mehr als eine Billion Euro in das Finanzsystem gepumpt. Zudem zeichnete die Notenbank ein vorsichtig optimistisches Bild von der Konjunktur: Bei den Exporten gehe es angesichts der anziehenden Nachfrage aus Übersee leicht bergauf.  

An den Märkten war zuvor spekuliert worden, ob die Notenbank, möglicherweise doch eine Schippe drauflegen würde, weil sich das Wachstum im dritten Quartal halbiert hatte. Die Meinung wurde aber nur von einer Minderheit der BoJ-Kenner eingenommen. Das Gros der Analysten hatten die heutige Entscheidung genauso vorausgesagt.

Im April hatte die BoJ beschlossen, die Geldbasis pro Jahr zwischen 60 und 70 Billionen Yen auszuweiten. Dafür kauft die Zentralbank 70 Prozent der neu ausgegebenen Staatsanleihen.

Das schwächere Wachstum zwischen Juli und September wertet die BoJ nur als kurzen Aussetzer. Die Wirtschaft "hat sich leicht erholt", heißt es in der Erklärung zur Entscheidung nach zwei Sitzungstagen. Für die weltweite Konjunktur wird erwartet, dass sie trotz einiger schwächelnder Länder moderat anziehen wird. Diese Einschätzung ist etwas optimistischer als zuvor, als stets von einer "graduellen Verbesserung" die Rede war.

Geldflut bewirkt keine Wunder

Nach dem furiosen Auftakt im Frühjahr zeigt sich, dass die extrem aggressive Geldpolitik in der Produktionswirtschaft nur langsam Wirkung entfaltet. Bisher haben vor allem die Finanz- und die Exportwirtschaft von der Geldschwemme profitiert. Die Aktienkurse haben in Tokio um rund 40 Prozent zugelegt, während der Yen gegenüber Dollar und Euro gut 20 Prozent an Wert verloren hat, wovon die japanische Exportindustrie profitiert. Die BoJ hofft, dass die Erfolgsgeschichte anhält.

Im Fokus der Zentralbank ist allerdings das Ziel, die Inflation durch die ultra-lockere Geldpolitik binnen zwei Jahren auf 2 Prozent zu treiben. Die Zunahme des Preisdrucks in den vergangenen Monaten werde sich fortsetzen. Mit Start des übernächsten Fiskaljahres im April 2015 soll die Inflation 1,9 Prozent erreichen.

Ob das realistisch ist, wird selbst in Japan skeptisch gesehen. BoJ-Ratsmitglied Takahide Kiuchi schlug vor, das Inflationsziel nicht so strikt zu benennen und stattdessen von einem "mittel- bis langfristigen" Ziel zu sprechen. Sein Vorschlag wurde aber abgelehnt.

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Quelle: n-tv.de

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