Wirtschaft

Chinas Börse auf Talfahrt: Japans Rentenfonds versenkt Milliarden

Die sommerlichen Turbulenzen an den Börsen kommen Japans Rentner teuer zu stehen: Der staatliche Pensionsfonds verliert innerhalb von drei Monaten kräftig an Volumen. Dem norwegischen Modell ergeht es nur wenig besser.

Eine ältere Frau kauft in einem Geschäft in Tokio ein.
Eine ältere Frau kauft in einem Geschäft in Tokio ein.(Foto: REUTERS)

Japans Rentenfonds hat im vergangenen Quartal vor allem wegen der Turbulenzen an Chinas Aktienmarkt herbe Einbußen hinnehmen müssen. Auf 64 Milliarden Dollar bezifferte die Regierung in Tokio den Wertverlust.

Im August und September waren die Börsen weltweit starken Schwankungen ausgesetzt, dazu hatte das Auf und Ab in China besonders beigetragen. Hinzu kamen Sorgen vor einer weltweiten Abkühlung der Konjunktur.

Das Volumen des japanischen Rentenfonds verringerte sich dem US-Sender CNN zufolge um 5,6 Prozent auf 1,1 Billionen Dollar. Allein der Wert der gehaltenen japanischen Aktien verringerte sich um 8 Prozent, die internationalen Aktien verloren 11 Prozent an Wert.

Japan hat eine sehr alte Bevölkerung, rund ein Viertel der Einwohner sind älter als 65 Jahre. Im September zählte die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft mehr als 60.000 Menschen, die älter als 100 Jahre waren. Die Lebenserwartung in Japan liegt im Schnitt bei 84 Jahren und ist damit die höchste weltweit.

Im vergangenen Jahr hatte der Pensionsfonds seine konservative Anlagestrategie etwas riskanter gestaltet. Er investiert seitdem einen größeren Teil nicht in Staatsanleihen, sondern in Aktien. CNN zufolge wird sich an diesem Kurswechsel zunächst nichts ändern.

Norwegischer Staatsfonds verliert Milliarden

Nicht nur der japanische, auch der norwegische Staatsfonds hat mit den Turbulenzen an den Aktienmärkten zu kämpfen. Die Norweger gaben für das vergangene Quartal ein Minus von umgerechnet 32 Milliarden Dollar bekannt. Allein der Absturz der VW-Aktie in Folge des Abgas-Skandals sorgte für einen Verlust von 575 Millionen Dollar. Insgesamt verringerte sich das Volumen damit innerhalb von drei Monaten um knapp fünf Prozent.

Im Quartal zuvor war der Wert bereits um 8,4 Milliarden Dollar geschrumpft. Der Fonds ist derzeit rund 863 Milliarden Dollar schwer. Norwegen hält über den Fonds weltweit Anteile an rund 9000 Unternehmen.

Quelle: n-tv.de

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