Wirtschaft
Starker Jahresauftakt: Japans Wirtschaft wächst kräftig.
Starker Jahresauftakt: Japans Wirtschaft wächst kräftig.(Foto: REUTERS)

Sattes Plus: Japans Wirtschaft startet furios

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt legt im Auftaktquartal ordentlich zu. Verbraucher und Firmen steigern ihre Ausgaben. Allerdings resultieren die Aufschläge aus Vorzieheffekten. Hinweise zur künftigen Geldpolitik geben die Daten noch nicht.

Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal so stark gewachsen wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Grund dafür war unter anderem die Mehrwertsteuererhöhung, die im April von fünf auf acht Prozent gestiegen war. Vor deren Einführung machten Verbraucher noch zahlreiche Anschaffungen, da viele Waren teurer wurden. Auch Firmen investierten mehr.

Von Januar bis März wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 5,9 Prozent, wie aus Regierungsdaten hervorgeht. Analysten hatten dagegen nur mit einem Plus von 4,2 Prozent gerechnet. Es war der stärkste Anstieg seit dem dritten Quartal 2011. Im Vergleich zum Vorquartal legte das BIP des Landes damit um 1,5 Prozent zu. Die Wirtschaftsleistung der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt nach den USA und China legte das sechste Quartal in Folge zu.

Die privaten Konsumausgaben, die etwa 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, stiegen auf Quartalssicht um rund zwei Prozent. Ein ähnliches Hoch hatte es zu Jahresbeginn 1997 gegeben - ebenfalls kurz vor der letzten Erhöhung der Mehrwertsteuer. Firmen investierten 4,9 Prozent mehr als noch ein Vierteljahr zuvor. Das war mehr als doppelt so viel wie von Analysten erwartet und die höchste Rate seit mehr als zwei Jahren.

Geldpolitik lockern - oder nicht?

Das deutet darauf hin, dass sich die japanische Wirtschaft schneller von dem Sondereffekt der Mehrwertsteuererhöhung erholen könnte als gedacht. Wenn Firmen mehr investieren entstehen üblicherweise mehr Arbeitsplätze und die Löhne steigen. "Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft von April bis Juni um rund fünf Prozent schrumpfen wird und von Juli bis September dann wieder um rund zwei Prozent zulegt", sagte Analyst Taro Saito vom NLI Research Institute.

Sorgen bereiteten aber nach wie vor die Exporte. Sollten diese nicht anziehen, könnte die Notenbank gezwungen sein, ihre Geldpolitik bereits im Juli weiter zu lockern, sagen Analysten. Die japanische Zentralbank senkte erst vor kurzem wegen der nur langsamen Exportbelebung ihre Wachstumsprognose. Die Bank of Japan geht nur noch von einem Wachstum von 1,1 Prozent anstatt 1,4 Prozent aus. 

Allerdings könnte ein tragfähiges Wachstum die Regierung nach Ansicht von Experten auf der anderen Seite auch verleiten, wie geplant die Verbrauchssteuer weiter nun 8 auf 10 Prozent anzuheben. Die Regierung will mit Blick auf den enormen Schuldenberg sowie die steigenden Sozialkosten im Zuge der rasanten Überalterung der Gesellschaft die Staatsfinanzen aufbessern.

Quelle: n-tv.de

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