Wirtschaft
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Mindestlohn ab 2015: Jeder fünfte Betrieb will Stellen streichen

Ab 2015 gilt der flächendeckende Mindestlohn. Das werden vor allem das Gastgewerbe und Dienstleister spüren. Laut einer Umfrage will jedes vierte Unternehmen die dann höheren Kosten an die Kunden weiterreichen. Zudem zücken etliche Firmen den Rotstift.

Preiserhöhungen, Personalabbau, Arbeitszeitverkürzung: Die meisten vom gesetzlichen Mindestlohn betroffenen Unternehmen wollen dem Ifo-Institut zufolge mit Gegenmaßnahmen reagieren - besonders im Gastgewerbe und in Ostdeutschland. Demnach will etwa jedes vierte Unternehmen seine Preise anheben, wie die Münchner Forscher zu ihrer Umfrage von 6300 Firmen mitteilten. 23 Prozent dürften ihre Sonderzahlungen kürzen, 22 Prozent Personal abbauen. 18 Prozent der Firmen haben vor, die Arbeitszeiten zu kürzen, 16 Prozent wollen weniger investieren. "Meistens ist eine Kombination vorgesehen", erklärte das Ifo-Institut.

Die Reaktionen auf die neue Lohnuntergrenze von 8,50 Euro je Stunde fallen aber je nach Branche und Region sehr unterschiedlich aus. "Den Mindestlohn spüren in Deutschland vor allem die Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich sowie der Einzelhandel."

Fast jeder dritte Gastronom und Hotelier will seine Preise anheben, in der Industrie ist es nicht einmal jedes vierte Unternehmen. Hauptgrund: Im Gastgewerbe kommen viele Ungelernte zum Einsatz, die derzeit häufig weniger als 8,50 Euro pro Stunde erhalten. Die Branche ist daher besonders von der Einführung des Mindestlohns betroffen: 72 Prozent gaben dies an, während es insgesamt nur 27 Prozent sind.

Auch regional gibt es deutliche Unterschiede. "Ostdeutsche Unternehmen sind stärker von der Mindestlohnregelung betroffen", betonte das Ifo-Institut. 43 Prozent sind es in Ostdeutschland, im Westen dagegen nur 24 Prozent.

Der flächendeckende Mindestlohn tritt am 1. Januar 2015 in Kraft. Es gibt aber noch einige Ausnahmen, etwa für Auszubildende und Langzeitarbeitslose. Ab 2018 soll der Mindestlohn ohne Ausnahmen auskommen.

Quelle: n-tv.de

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