Wirtschaft
Manchmal ist es ratsam, vor dem Reisen auf die Landkarte zu schauen.
Manchmal ist es ratsam, vor dem Reisen auf die Landkarte zu schauen.(Foto: REUTERS)

Urlaub im Westjordanland: Jeder kann durch Airbnb Siedler werden

Wer einen atemberaubendem Blick ins Heilige Land genießen willl, kann Unterkünfte über Airbnb buchen. Kleiner Schönheitsfehler: Die schicken Locations unweit von Jerusalem befinden sich nicht wie behauptet in Israel, sondern in den besetzten Gebieten.

Das Vermittlungsportal Airbnb ermöglicht es jedem, Ferienunterkünfte in israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland zu mieten. Darauf macht das englischsprachige Web-Magazin "+972" aufmerksam, das über Israel und Palästina berichtet. Jedoch werde in keinem der zahlreichen bei Airbnb aufgeführten Angebote darauf hingewiesen, dass sich die Unterkünfte in Siedlungen in den besetzten Gebieten befinden. In fast allen werde dagegen behauptet, sie seien in Israel.

Anders ausgedrückt: Die Unterkünfte befinden sich in den von 135 Ländern anerkannten Grenzen Palästinas. Einige der Siedlungen, in denen Zimmer, Wohnungen und Häuser angeboten werden, seien sogar nach israelischem Recht illegal, so "+972".

Während damit nahezu jedermann – absichtlich oder versehentlich – einen Aufenthalt in israelischen Siedlungen buchen kann, gibt es dem Magazin eine Ausnahme: Palästinenser. Bei Dutzenden im Rahmen der Recherche durchgeführten Buchungsanfragen durch einen angeblich palästinensischen Interessenten, gab es dem Bericht zufolge nur eine Zusage – in der allerdings darauf hingewiesen wurde, dass sich der vermeintlich palästinensische Interessent am Eingang der Siedlung "wegen der angespannten Situation in Israel" möglicherweise einem Sicherheitscheck unterziehen müsse: "Wenn Dich das nicht stört, freue ich mich, Dich unterzubringen." In der Regel wurde die Anfrage ohne Begründung abgewiesen, einige Gastgeber führten "politische Gründe" an.

Von diesem Tourismus profitieren nicht nur die Siedler, sondern auch Airbnb. Das kalifornische Unternehmen nimmt von Gastgebern eine Gebühr von 3 Prozent, von Gästen zwischen 6 und 12 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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