Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Spanien krempelt Bankensektor um: Job-Kahlschlag bei Valencia Bank

Spanien versucht mit radikalen Maßnahmen die Schieflage im Bankensektor in den Griff zu bekommen. Banco de Valencia, die sich mit Notkrediten der EU über Wasser hält, entlässt jeden zweiten Mitarbeiter. Gewerkschafter gehen davon aus, dass die Branche dieses Jahr 12.000 Jobs verliert.

Die krisengeschüttelte Banco de Valencia will nach Gewerkschaftsangaben mehr als die Hälfte ihrer gesamten Belegschaft vor die Tür setzen. Das verstaatlichte spanische Institut werde 890 Mitarbeitern kündigen, teilte die Gewerkschaft UGT mit.

Banco de Valencia lehnte bislang eine Stellungnahme hierzu ab. Das Institut war erst kürzlich vom drittgrößten Geldhaus des Landes La Caixa für den symbolischen Preis von einem Euro gekauft worden. Die Notübernahme war eine von mehreren, mit der Spaniens Bankenbranche die Krise in den Griff zu bekommen versucht. Gewerkschaften fürchten, dass in diesem Jahr 12.000 spanische Bankangestellte ihren Job verlieren. Spanien muss seine maroden Banken Institute mit Milliarden vor der Pleite retten und bekommt dafür Notkredite aus dem Euro-Rettungsfonds.

Im Dezember gab die EU-Kommission Hilfen in Höhe von 39 Mrd. Euro für vier angeschlagene Geldhäuser frei – unter anderem an die Banco de Valencia. Der Betrag war deutlich niedriger als die 100 Mrd. Euro, die die Euro-Partner der spanischen Regierung im Juli als Notkredite gestellt hatten. Die Milliardenhilfe der EU wurde aber an Bedingungen geknüpft. So müssen die betroffenen Banken etwa ihr Investitionsgeschäft um 60 Prozent absenken. Von den ersten Zahlungen profitieren neben der Banco de Valencia, die Banken Catalunya Caixa, Bankia und Novagalicia.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht Spanien grundsätzlich auf gutem Weg aus der Krise. Die vereinbarten Reformen für den Finanzsektor würden bisher umgesetzt und der Zeitplan werde eigehalten, schrieb der IWF in seinem Fortschrittsbericht. Die größten Herausforderungen stünden jedoch noch bevor.

Quelle: n-tv.de

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