Wirtschaft

Nach Opel-Aus in Bochum: Jobsuche gestaltet sich zäh

Den ehemaligen Opel-Mitarbeitern in Bochum fällt die Jobsuche schwer. Ein Jahr nach der Werksschließung sind erst 260 wieder fest in Lohn und Brot. Die Transfergesellschaft rechnet aber mit weiteren Vermittlungen.

Eine ehemalige Haupteinfahrt zum Gelände des zu großen Teilen abgerissenen Opel-Werks in Bochum.
Eine ehemalige Haupteinfahrt zum Gelände des zu großen Teilen abgerissenen Opel-Werks in Bochum.(Foto: dpa)

Ein Jahr nach der Beendigung der Opel-Produktion in Bochum läuft die Vermittlung in neue Stellen nur zäh an: Bisher hätten 260 der ursprünglich 2600 Opelaner in der Transfergesellschaft des TÜV Nord eine neue feste Stelle bekommen, sagte der Geschäftsführer von TÜV Nord Transfer, Hermann Oecking. Hinzu kämen weitere 220 Beschäftigte in Qualifizierungen oder Praktika mit erfahrungsgemäß guten Übernahmeaussichten.

Im zweiten Jahr der Transfergesellschaft werde die Vermittlung zulegen, prognostizierte Oecking. Er rechne aber nicht damit, für alle Beschäftigten Vollzeitjobs zu finden. "Wenn wir nicht mehr als ein Drittel bei der Arbeitsagentur anmelden müssen, haben wir einen tollen Job gemacht." Die Transferstelle wurde vom Autobauer mitfinanziert und erhält zusätzlich EU-Mittel.

Das wegen Überkapazitäten Ende 2014 geschlossene Opel-Werk hatte zuletzt rund 3300 Menschen beschäftigt. Davon wechselte ein Teil an andere Opel-Standorte, das personell aufgestockte Opel-Ersatzteillager in Bochum oder zu anderen Arbeitgebern. 2600 Beschäftigte landeten in der Transfergesellschaft. 700 Ältere über 55 konnten laut Sozialtarifvertrag nach dem ersten Jahr aus der Transfergesellschaft ausscheiden, um in den Vorruhestand zu gehen.

"Es ist uns wichtig, dass die Transferteilnehmer die notwendige Unterstützung, Beratung und Anleitung erhalten, um eine neue und nachhaltige berufliche Perspektive zu bekommen", erklärte ein Opel-Sprecher. "Für das erste Halbjahr 2016 erwarten wir von der Transfergesellschaft eine deutliche Steigerung der Vermittlungszahlen."

Zu wenige Qualifizierungskurse

Im Ruhrgebiet fehlen qualifizierte Industriejobs. Kleinere Handwerksbetriebe zahlen meist deutlich schlechter. Dasselbe gilt für Stellen etwa als Fahrer in Logistikunternehmen, die Personal suchen. Die Bochum-Herner IG-Metallsprecherin Eva Kerkemeier zeigte sich unzufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. Es fehle an Qualifizierungskursen für die Beschäftigten. Außerdem seien die angebotenen Stellen häufig befristet oder wesentlich schlechter bezahlt. "Verständlich, dass die Leute das nach vielen Jahren in guter Beschäftigung nicht annehmen."

Außerdem habe Opel bei den Verhandlungen vor der Werksschließung versprochen, 100 zusätzliche Industriejobs im Ruhrgebiet zu schaffen. "Das Versprechen ist bisher nicht eingelöst", sagte sie. Zu diesem Thema liefen die Gespräche, sagte der Opel-Sprecher. Das Unternehmen werde alles tun, um sein Versprechen zu erfüllen. Insgesamt hat die Transferstelle laut Oecking bereits 50 000 Beratungsgespräche geführt und 1600 Stellen gefunden, die für die Ex-Opelaner in Frage kommen.

Quelle: n-tv.de

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