Wirtschaft
Die Zentrale des Fernsehkabelkonzerns  in Unterföhring bei München.
Die Zentrale des Fernsehkabelkonzerns in Unterföhring bei München.

Dividendenerhöhung auf 2,50 Euro: KDG sattelt kräftig was drauf

Die Übernahme des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus durch Kabel Deutschland steht vor dem Aus, trotzdem gibt es Positives zu vermelden. So verbucht der deutsche Branchenprimus für sein drittes Quartal einen deutlichen Gewinnsprung. Der "Hammer" ist nach Meinung von Händlern die großzügige Dividendenerhöhung.

Dank der hohen Nachfrage nach seinen Internet- und Telefonabos hat Kabel Deutschland einen Gewinnsprung erzielt. Der Überschuss stieg im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2012/13 auf 72,7 Mio. Euro nach 55 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz kletterte binnen Jahresfrist um neun Prozent auf 427 Mio. Euro, und die Zahl der Abonnements nahm um rund 840.000 auf 14,4 Mio. zu. Analysten hatten sich etwas mehr verspochen. Bei einem Umsatz von 462 Mio. Euro rechneten sie mit einem Überschuss von 77,8 Mio. Euro gerechnet.

Für das laufende Geschäftsjahr, das noch bis Ende März läuft, bekräftigte Kabel Deutschland seine Prognose: Der Umsatz soll um bis zu 8,5 Prozent, das operative Ergebnis (Ebitda) auf bis zu 870 Mio. Euro wachsen. Die Dividende soll auf 2,50 Euro je Aktie erhöht werden - im Vorjahr waren es noch 1,50 Euro je Aktie. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen ein neues Investitionsprogramm von 300 Mio. Euro über die nächsten zwei Geschäftsjahre an.

Am Vortag hat der Branchenführer die gut 600 Mio. Euro schwere Übernahme des Markt-Dritten Tele Columbus wegen des Widerstands des Kartellamts abgesagt. Das Bundeskartellamt sei in einer vorläufigen Einschätzung zu der Auffassung gelangt, dass die im Zuge eines Zusammenschlusses angebotenen Netzveräußerungen nicht ausreichten, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken auszuräumen, teilte Kabel Deutschland mit.

Das Aus bringt Vodafone wieder ins Spiel. Dem Mobilfunkriesen wird seit Jahren Interesse an KDG nachgesagt. Analysten sehen darin durchaus Sinn. Anleger reagierten am Vortag allerdings verschnupft.

 "Solide, aber unspektakulär"

Die ersten Reaktionen auf die Zahlen fielen verhalten aus. "Solide, aber unspektakulär" stufte zum Beispiel die DZ-Bank die Zahlen ein. Die Zahlen bewegten sich im Rahmen der Konsensschätzungen am Markt. Sehr positiv werteten Marktbeobachter aber die Dividendenerhöhung auf 2,50 Euro von 1,50 Euro je Anteilsschein. "Die Dividendenerhöhung ist ein Hammer", sagte ein Händler. Es sei ein starkes Zeichen von Vertrauen in die zukünftige Entwicklung.

Wie DZ-Analyst Karsten Oblinger allerdings ergänzte, sei die große Frage nun aber, ob Vodafone ein Übernahmegebot vorlege oder nicht. "Hierzu haben wir keine zusätzlichen Hinweise", sagte Oblinger. Die DZ-Bank hielt deshalb auch an ihrer Verkaufsempfehlung fest und stufte die Kabel Deutschland Aktie mit "Sell" ein.

Quelle: n-tv.de

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