Wirtschaft

Riesige Aufgabe für neue Chefin: Karstadt verliert derzeit Geld

Eva-Lotta Sjöstedt ist um ihre Aufgabe nicht zu beneiden. Die Schwedin muss das Geschäft von Karstadt in Gang bringen und es wieder profitabel machen. Obwohl Sjöstedt erst ab Ende Februar im Chefsessel sitzt, besucht sie schon mehrere Filialen.

Eva-Lotta Sjöstedt
Eva-Lotta Sjöstedt(Foto: picture alliance / dpa)

Die designierte Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt sieht die Warenhauskette in einer schwierigen Situation. "Wir verlieren derzeit Geld. Daher müssen wir unser Geschäft schnell wieder profitabel machen", sagte die schwedische Managerin der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Sjöstedt, die am 24. Februar den Chefsessel bei dem Essener Konzern übernehmen soll, kündigte an, sie wolle die Sanierung der Warenhauskette schneller vorantreiben. "Wir müssen unsere Geschwindigkeit erhöhen und noch schneller auf die Wünsche unserer Kunden reagieren."

Die Strategie ihres Vorgängers Andrew Jennings will Sjöstedt dabei an der einen oder anderen Stelle verändern. "Vieles läuft gut, manches nicht - und was gut läuft, führen wir fort. Was nicht gut läuft, werden wir verändern", sagte sie.

Während Jennings stark auf Bekleidung setzte, betonte die neue Chefin: "Es geht bei Karstadt nicht nur um Mode. Die Menschen erwarten zu Recht, bei uns auch die Dinge des täglichen Bedarfs zu finden. Das können auch Knöpfe sein oder Kochtöpfe." Außerdem wolle sie die Sortimente "stärker als bisher auf die lokalen und regionalen Bedürfnisse ausrichten". Sjöstedt will sich dem Bericht zufolge in den nächsten Wochen möglichst viele der bundesweit 83 Karstadt-Filialen anschauen.

Die Schwedin will vor allem die Online-Aktivitäten des Kaufhof-Konkurrenten ausbauen. Zugleich will sie das Geschäft stärker auf die lokale Nachfrage der Kunden ausrichten - sie hebt etwa die Karnevals-Abteilung in Köln lobend hervor.

Flache Hierarchien

Der Kontakt zu den Kunden und zu den Mitarbeitern, die bei Karstadt schon Einiges einstecken mussten, sei ihr sehr wichtig. "Bei den Mitarbeitern setze ich auf Motivation. Wir alle wollen den Erfolg." Sie betonte zugleich: "Wir müssen schneller werden, wir müssen uns stärker an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten." Filialen in Essen, Düsseldorf, Fulda und Münster habe sie bereits besucht - und dort auch mitgearbeitet. Dies ist auch ein Signal an die Mitarbeiter: "Ich trete für flache Hierarchien ein."

Ihren Ehemann und ihre 16-jährige Tochter hat sie vorerst in Kopenhagen zurückgelassen. Sie selbst ziehe nach Essen - dort befindet sich die Karstadt-Zentrale: "Ich möchte lange bei Karstadt bleiben." Wenn sie sich eingelebt habe, dann sollten die beiden nachkommen nach Deutschland. Zum Glück, so erzählte sie, brauche der Flieger nur eine Stunde. Ihre beiden Söhne studierten und leben nicht mehr zuhause.

Quelle: n-tv.de

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