Wirtschaft
Noch liegt die Fusion nicht in trockenen Tüchern: Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ Bank, bei der Bilanz-Pressekonferenz Anfang März.
Noch liegt die Fusion nicht in trockenen Tüchern: Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ Bank, bei der Bilanz-Pressekonferenz Anfang März.(Foto: picture alliance / dpa)

Hochzeit der Genossenschaftsbanken: Kartellwächter genehmigen Bankenfusion

Deutschland bekommt eine neue Nummer 3: Das Kartellamt macht den Weg frei für die Fusion der beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank. Dadurch entsteht das drittgrößte Kreditinstitut nach Coba und Deutscher Bank.

Die beiden Dachorganisationen der Genossenschaftsbanken in Deutschland haben eine weitere Hürde für ihre geplante Fusion genommen: Das Bundeskartellamt gab grünes Licht für den Zusammenschluss der DZ Bank mit der kleineren WGZ Bank, wie die Bonner Behörde mitteilte.

"Mit einer signifikanten Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen durch den Zusammenschluss ist daher nicht zu rechnen": Andreas Mundt.
"Mit einer signifikanten Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen durch den Zusammenschluss ist daher nicht zu rechnen": Andreas Mundt.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Volks- und Raiffeisenbanken bedienten sich ohnehin der beiden Spitzeninstitute, hieß es zur Erklärung. Kredite und andere Dienstleistungen könnten die Genossenschaftsbanken aber notfalls auch außerhalb der Gruppe beziehen. Im eigenständig betriebenen Geschäft - etwa im Investmentbanking oder Firmenkundengeschäft - stünden DZ und WGZ in Konkurrenz mit vielen anderen Banken.

Hauptversammlungen im Juni

"Mit einer signifikanten Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen durch den Zusammenschluss ist daher nicht zu rechnen", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Nächster Meilenstein auf dem Weg zur Fusion ist am 12. April die Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrags.

Anschließend sind die Aufsichtsräte an der Reihe, das letzte Wort haben am 21. und 22. Juni die Hauptversammlungen der beiden Häuser. Zum 1. August soll das fusionierte Spitzeninstitut an den Start gehen.

Deutschlands neue Nr. 3

Kommt es zur Fusion, entstünde gemessen an einer Bilanzsumme von knapp 500 Milliarden Euro das drittgrößte Institut in Deutschland nach der Deutschen Bank und der Commerzbank. Der Zusammenschluss von DZ und WGZ wäre die Geburtsstunde für eine vereinigte Zentralbank für die insgesamt mehr als 1000 Volks- und Raiffeisenbanken.

Durch das Zusammengehen sollen Doppelstrukturen abgebaut und Kosten gespart werden - mindestens 100 Millionen Euro jährlich nach Abschluss der Integration Ende 2018. Frankfurt und Düsseldorf als Standorte sollen erhalten bleiben. Der letzte Fusionsversuch der beiden Banken war während der Finanzkrise 2009 auf der Zielgeraden geplatzt.

Quelle: n-tv.de

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