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Kaufland gehört wie der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm nahe Heilbronn.
Kaufland gehört wie der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm nahe Heilbronn.(Foto: picture alliance / dpa)

Schwierige Übernahme durch Edeka: Kaufland interessiert an Kaiser's Tengelmann

Während das Kartellamt der Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka einen Strich durch die Rechnung zu machen droht, melden sich weitere Interessenten an den Supermärkten der Kette. Nun liebäugelt auch Kaufland mit Kaiser's-Tengelmann-Filialen.

Auch die Handelskette Kaufland hat Interesse an einer Übernahme von Filialen der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann signalisiert. Zuvor hatte das Bundeskartellamt Bedenken gegen die Edeka-Pläne zum Kauf von Kaiser's Tengelmann geäußert. "Wir haben durchaus Interesse an einzelnen Kaiser's- und Tengelmann-Filialen", sagte eine Kaufland-Sprecherin dem "Tagesspiegel". Zu konkreten Standorten wollte sie keine Angaben machen. Kaufland gehört wie der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm nahe Heilbronn.

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Deutschlands Branchenprimus Edeka will Kaiser's Tengelmann mit rund 16.000 Mitarbeitern und 451 Filialen übernehmen. Doch einen Komplettkauf will das Bundeskartellamt untersagen. Um das Vorhaben zu retten, müsste Edeka etwa zahlreiche Märkte an Wettbewerber abgeben.

Auch Rewe hatte Interesse an Filialen von Kaiser's Tengelmann signalisiert. Offen ist allerdings, ob nicht auch eine Übernahme durch Rewe auf Bedenken der Wettbewerbshüter stoßen würde. Im Falle von Kaufland könnte es laut Bericht ebenfalls wettbewerbsrechtliche Bedenken geben.

Kartellamt fürchtet Behinderung des Wettbewerbs

Das Kartellamt hatte erhebliche wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen die geplante Fusion von Edeka und Kaiser's Tengelmann erhoben und signalisiert, den Zusammenschluss in der bislang geplanten Form untersagen zu wollen. Es drohe eine weitere Marktkonzentration vor allem in Berlin, München und größeren Städten Nordrhein-Westfalens.

Auch im Beschaffungsmarkt - insbesondere bei Markenartikeln - drohe eine weitere erheblich Behinderung des Wettbewerbs, da den Herstellern eine der verbleibenden Absatzalternativen zu den Marktführern Edeka, Rewe und der Schwarz-Gruppe wegbreche.

Edeka und Tengelmann haben allerdings noch bis zum 26. Februar die Möglichkeit, zu dem Entscheidungsentwurf der Wettbewerbsbehörde Stellung zu nehmen und Vorschläge zu machen, um die Bedenken des Kartellamts auszuräumen. Diese Frist kann auch verlängert werden.

Quelle: n-tv.de

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