Anklage bleibt hart: Keine Gnade für UBS-Zocker
Der Prozess gegen den Ex-UBS-Händler Adoboli, der Milliarden versenkt hat, neigt sich dem Ende zu. Der 32-Jährige wird wohl nicht mit einem milden Urteil rechnen können. Die Vertreterin der Anklage wirft ihm in ihrem Schlussplädoyer rücksichtsloses und betrügerisches Vorgehen vor.
Im Betrugsprozess gegen den früheren UBS-Händler KwekuAdoboli hat die Anklage in ihrem Schlussplädoyer keine mildernden Umstände für denAngeklagten gelten lassen. Der 32-Jährige habe durch sein rücksichtsloses und betrügerischesVorgehen den größten Verlust in der britischen Bankengeschichte verursacht, sagtedie Anklagevertreterin Shasa Wass. Als geradezu absurd bezeichnete sie die AussageAdobolis, er sei von seinen Vorgesetzten bei der Schweizer Großbank zu den Geschäftenermutigt worden, die bei der Bank zu einem Verlust von 2,3 Milliarden US-Dollarführten.
Adoboli, dem Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfenwird, steht seit Mitte September vor einem Geschworenengericht im Londoner SouthwarkCrown Court. Nach Ansicht der Anklage war er ein waghalsiger Zocker, der aus Ehrgeiz- und weil er auf hohe Erfolgsprämien scharf war - unerlaubt Risiken einging undseine verbotenen Geschäfte mit geheimen Konten tarnte.
Adoboli gab vor Gericht zu, dass er mit geheimen Kontenarbeitete und gegenüber Mitarbeitern in den Abwicklungsabteilungen der Bank nichtdie Wahrheit sagte. Den Vorwurf, in betrügerischer Absicht gehandelt zu haben, wieser zurück. Doch genau von dieser Betrugsabsicht müssen die Geschworenen überzeugtsein, wenn sie ihn schuldig sprechen.
"SeineVerteidigung ist lächerlich"
Er habe, so argumentierte der ehemalige Händler für börsennotierteIndexfonds (ETF), immer nur das Beste für die Bank im Auge gehabt. Die Bank habeGewinne sehen wollen. Wie sie zustande kamen, habe niemand gekümmert. Seine Kollegenhätten von seiner Arbeitsweise gewusst und manchmal selbst so gearbeitet.
Das ließ die Anklägerin nicht gelten. Es sei ein Fantasiegebilde,dass die Bank gewusst oder gar gebilligt habe, was Adoboli tat. "Seine Verteidigungist lächerlich", sagte Wass. Adoboli habe gleich gehandelt wie der französischeHändler Jerome Kerviel, der bei der Großbank Societe Generale durch missglückteSpekulationen einen Schaden von 4,9 Milliarden Euro verursachte.
UBS habe ihre Investmentbanker 2008 und 2010 in Rundschreibenvor Kerviel gewarnt und darauf hingewiesen, dass so etwas nicht geduldet werde undstrafbar sei. Der Franzose wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und scheiterteletzten Monat in der Berufung.
Mit dem Schlussplädoyer der Anklage geht das neunwöchigeVerfahren gegen Adoboli in die Schlussphase. Am Freitag soll die Verteidigung plädieren.Anfang der kommenden Woche wird der Richter den Fall für die Geschworenen zusammenfassen,die sich dann zur Urteilsberatung zurückziehen.
Quelle: n-tv.de

