Wirtschaft
Vor 60 Jahren war es eine Filiale in Miami. Mittlerweile ist Burger King weltweit mit über 13.000 Schnellrestaurants vertreten.
Vor 60 Jahren war es eine Filiale in Miami. Mittlerweile ist Burger King weltweit mit über 13.000 Schnellrestaurants vertreten.(Foto: picture alliance / dpa)

Fast-Food-Gigant wird 60: Keine fetten Jahre für Burger King

Burger King sorgt gegenwärtig für reichlich Schlagzeilen: Hierzulande mit dem Skandal um Yi-Ko und in den USA wegen einer geplanten Firmensitzverlegung. Die Burger-Braterei steckt im Jubiläumsjahr in der Krise.

Im Wettstreit der Fast-Food-Giganten stand Burger King stets im Schatten von McDonald's. Die US-Kette zählt aber immerhin mehr als 13.000 Schnellrestaurants in 95 Ländern. Am 4. Dezember 2014 ist es 60 Jahre her, dass in der ersten Burger-King-Filiale in Miami Hackfleischscheiben auf dem Grill brutzelten. Die Feierlaune zum Jubiläum wird in Deutschland allerdings durch die Affäre um den größten Franchisenehmer Yi-Ko getrübt. In der Heimat wehrt sich das Unternehmen gegen den Vorwurf, seinen Sitz aus Steuergründen nach Kanada zu verlegen.

Auch operativ lief es zuletzt nicht rund. Im dritten Quartal enttäuschte Burger King mit magerem Umsatz und roten Zahlen. In den reichen Industriestaaten stehen "Whopper" und Co. vor allem bei jüngeren Kunden nicht mehr sonderlich hoch im Kurs.

Genau genommen beginnt die Geschichte von Burger King bereits 1953, als sich die Geschäftsleute Keith Kramer und Matthew Burns vom McDonald's-Konzept inspirieren ließen und in Jacksonville im Bundesstaat Florida ein Schnellrestaurant mit dem Namen Insta-Burger King gründeten. Auf der offiziellen Website von Burger King fehlt dieser Prolog zur Unternehmenshistorie, die dort direkt mit James McLamore und David Edgerton beginnt.

Erste Auslandsfiliale in Madrid

Der Whopper ist der Vorzeige-Burger des Fast-Food-Unternehmens.
Der Whopper ist der Vorzeige-Burger des Fast-Food-Unternehmens.(Foto: imago stock&people)

McLamore und Edgerton eröffneten als Franchisenehmer die Filiale in Miami, übernahmen das Unternehmen und verkürzten den Namen auf Burger King. Das Menü war in der Anfangszeit übersichtlich, neben Hamburgern und Pommes gab es Limonaden und Milchshakes. Ab 1957 verkaufte Burger King dann seinen Whopper, der zum Vorzeige-Fleischklops des Unternehmens avancierte. Als der US-Lebensmittelkonzern Pillsbury die Kette 1967 übernahm, hatte Burger King bereits 274 Filialen mit rund 8000 Angestellten.

In der Folge expandierte der Burgerbrater international, der erste Ableger in Europa eröffnete 1975 in Madrid. Ein Jahr später machte am Kurfürstendamm in West-Berlin der erste Burger King in Deutschland auf. Durch Übernahmen und Zusammenschlüsse wechselte die Fast-Food-Kette mehrfach den Besitzer, ehe Burger King im Mai 2006 in New York an die Börse ging.

Schwierigkeiten während der Wirtschafts- und Finanzkrise führten vier Jahre später zum Kauf durch die brasilianische Investmentfirma 3G Capital, die das Unternehmen für eine Restrukturierung zwei Jahre von der Börse nahm. Das jüngste Kapitel der turbulenten Unternehmensgeschichte begann im August, als Burger King die Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donutkette Tim Hortons ankündigte.

Vorteile bei der Unternehmenssteuer in Kanada

Durch den gut elf Milliarden Dollar schweren Deal würde die drittgrößte Schnellrestaurant-Gruppe der Welt entstehen. Noch steht die Billigung durch die kanadischen Wettbewerbsbehörden aber aus. Das Gemeinschaftsunternehmen hätte mehr als 18.000 Filialen in 100 Ländern. Beide Marken sollen bestehen bleiben, der Firmensitz allerdings von Miami nach Kanada verlegt werden.

Kritiker werfen den Burger-King-Besitzern vor, mit dem Umzug vor allem Steuern sparen zu wollen. Die Unternehmenssteuer in Kanada beträgt 15 Prozent, in den USA fallen 35 Prozent an. Der demokratische Senator Sherrod Brown rief gar zu einem Boykott von Burger King auf, als die Übernahmepläne bekannt wurden.

Burger King hält dagegen, dass Kanada der größte Markt des fusionierten Unternehmens mit den meisten Filialen sein werde. Außerdem erwarte das Unternehmen unterm Strich keine bedeutenden Steuerersparnisse. "Bei dieser Transaktion geht es nicht um Steuersätze, sondern um Wachstum", sagte Burger-King-Chef Dan Schwartz, der im Sommer 2013 mit erst Anfang 30 an die Unternehmensspitze gerückt war.

89 Filialen in Deutschland derzeit geschlossen

Von den mehr als 13.000 Burger Kings weltweit wurden zuletzt nur etwa 50 vom Unternehmen betrieben. Die Fast-Food-Kette funktioniert nach dem Franchise-Prinzip, bei der Geschäftsleute Filialen selbständig führen und die Marke gegen eine Gebühr nutzen dürfen. Vergangenen Monat kündigte Burger King seinem größten deutschen Franchisenehmer Yi-Ko wegen Verstößen gegen die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter, außerdem gab es Berichte über Hygienemängel. Betroffen von der Schließung sind 89 Filialen mit rund 3000 Angestellten.

Die Negativschlagzeilen haben den Ruf von Burger King in der Bundesrepublik laut einer Umfrage für das Magazin "Stern" spürbar ramponiert. Jeder dritte Kunde will demnach vorerst keine Whopper-Braterei mehr aufsuchen.

Quelle: n-tv.de

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