Wirtschaft
Textil-Discounter Kik will langfristig auch in den USA Fuß fassen.
Textil-Discounter Kik will langfristig auch in den USA Fuß fassen.(Foto: dpa)

Textildiscounter auf Expansionskurs: Kik will 1500 neue Filialen eröffnen

"In jedem europäischen Kleiderschrank" sollen die Billigtextilien von Kik künftig hängen: Ein Ziel, das KiK-Chef Patrick Zahn nicht nur mit neuen Filialen erreichen will, sondern auch mit dem Ausbau des Online-Angebots. Die Sache hat allerdings einen Haken.

Der Textildiscounter Kik will in den kommenden fünf Jahren mehr als 1500 neue Filialen in Europa eröffnen. Die Zahl der Geschäfte solle von derzeit rund 3360 auf 5000 steigen, kündigte der neue Kik-Chef Patrick Zahn am Dienstagabend in Düsseldorf an. Er wolle das Expansionstempo beschleunigen, sagte der Manager, der seit Januar an der Spitze des Unternehmens steht. "Wir hätten gerne Kik in jedem europäischen Kleiderschrank."

Dazu sollten auch neue Länder wie Frankreich, Italien oder Spanien erschlossen werden. Bislang ist der Textil-Discounter in neun europäischen Ländern präsent - und auch in Deutschland bleibt das Unternehmen auf Wachstumskurs. Hier sollen pro Jahre rund 30 bis 40 neue Filialen entstehen. Die Zahl der Geschäfte in Deutschland könne noch von derzeit 2600 auf 3000 gesteigert werden, glaubt der Manager. Weiße Flecken gebe es etwa noch in Berlin oder München. Allerdings machten es gerade in München die hohen Mieten schwer, geeignete Objekte zu finden.

Zahn will Online-Geschäft ausbauen

Langfristig könnte das Unternehmen auch den Sprung über den großen Teich wagen und versuchen, in den USA Fuß zu fassen, sagte Zahn. Vorher will Kik aber erst einmal seine Online-Angebote ausbauen. Dieses Jahr will das Unternehmen bis zu 2,5 Prozent seines Umsatzes im Internet erwirtschaften. Doch könne dieser Anteil langfristig auf 20 Prozent steigen, glaubt Zahn. Der Online-Shop sei auch für Kunden attraktiv, die sonst bei dem Textildiscounter Berührungsängste hätten. Doch das ist gar nicht so leicht: Das Online-Geschäft sei wegen der damit verbundenen hohen Kosten für einen Discounter eine Herausforderung, so der Manager.

Dennoch will Kik schon in diesem Jahr auch online profitabel arbeiten - dank der Versandkostenpauschale, die der Billiganbieter erhebt. Eine große Herausforderung sei für den Textil-Discounter der schwache Euro, sagte Zahn. Er verteuere den Einkauf spürbar, weil bei in Asien hergestellten Produkten in der Regel in Dollar abgerechnet werde. In diesem Jahr hoffe Kik noch, die Mehrkosten durch bessere Prozesse auffangen zu können. Auf Dauer seien jedoch in der gesamten Textilbranche Preiserhöhungen unvermeidbar. "Aber wir werden nicht die ersten sein, die erhöhen", sagte Zahn.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen