Wirtschaft
Zypern ist in der Schieflage.
Zypern ist in der Schieflage.(Foto: AP)

Bald unterm Schirm: Klammes Zypern braucht Geld

Unter dem Euro-Rettungsschirm muss zusammengerückt werden: Nach Griechenland, Irland und Portugal sucht nun wohl auch Zypern bald Unterschlupf. Bei der Zentralbank in Nikosia rechnet man mit einem Geldbedarf von zehn Milliarden Euro. Zyperns Banken sind eng mit Griechenland verflochten.

Zypern benötigt nach Einschätzung seiner Zentralbank etwa zehn Milliarden Euro zu Stützung seiner maroden Banken. "Niemand kann den Kapitalbedarf mit Sicherheit vorhersagen. Wir denken, dass die Zahl auf zehn Milliarden Euro hinauslaufen wird", sagte Zentralbankgouverneur Panicos Demetriades.

Darin seien bereits die 1,8 Milliarden Euro an Staatshilfen enthalten, die das zweitgrößte zyprische Geldhaus Cyprus Popular Bank nach hohen Abschreibungen auf griechische Wertpapiere bekommen hatte. Das von der Pleite bedrohte Euro-Land hatte im Sommer einen Antrag auf Hilfen des Euro-Rettungsschirms ESM gestellt.

Dem Entwurf eines Abkommens mit den internationalen Geldgebern zufolge soll den Banken bis Dezember 2013 Zeit gegeben werden, um ihre Kernkapitalquote (Core Tier 1) auf neun von acht Prozent anzuheben. Ziel sei es weiter, bis 2016 einen Überschuss im Primärhaushalt - bei dem die Kosten für den Schuldendienst ausgeklammert werden - von vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erzielen. Das Abkommen muss von den Finanzministerin der Eurozone und den jeweiligen Parlamenten angenommen werden.

Warten auf Gutachten

Die Geldhäuser in dem drittkleinsten Staat der Eurozone sind eng mit dem Krisenherd Griechenland verflochten. Zypern wäre nach Griechenland, Irland und Portugal das vierte Land unter dem Euro-Rettungsschirm. In zyprischen Regierungskreisen war zuletzt von einem Hilfspaket im Volumen von insgesamt 17,5 Milliarden Euro die Rede gewesen. Das entspräche nahezu der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes.

Die Geldgeber wollen eine zunächst eine Bewertung des Kapitalbedarfs der zyprischen Banken abwarten, deren Schieflage das Land in die Bredouille brachte. Das Gutachten soll bis zum 7. Dezember vorliegen.

Quelle: n-tv.de

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