Wirtschaft
Heiße Kursfantasien haben Anleger derzeit beim Stahlhändler KlöCo.
Heiße Kursfantasien haben Anleger derzeit beim Stahlhändler KlöCo.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Gips-Löwe Knauf macht sexy: KlöCo-Kurs läuft heiß

In den deutschen Stahlmarkt kommt Bewegung. Der Baustoffkonzern Knauf, auch im Stahlgeschäft aktiv, beteiligt sich am Stahlhändler KlöCo. Der wiederum wittert eine Übernahme. Am Markt kursieren stattdessen Fusionsgerüchte. Den KlöCo-Aktionären ist das egal, der Kurs des MDax-Konzerns springt deutlich an.

Die Aktien von Klöckner & Co (KlöCo) sind nach dem Einstieg des Baustoff-Unternehmers Albrecht Knauf heiß begehrt. Die Papiere wurden zum Wochenschluss mit Aufschlägen von rund 5 Prozent gehandelt. Auf Wochensicht summieren sich die Kursgewinne auf mehr als 13 Prozent. Das strategische Interesse Knaufs an dem Stahlhändler rücke das langfristige Potenzial der Titel wieder in den Mittelpunkt, schrieben die Analysten von HSBC. Sie erhöhten ihr Kursziel auf 13 von 10 Euro mit der Bewertung "Overweight".

Knauf hatte am Montag überraschend eine Beteiligung von fast acht Prozent an KlöCo gemeldet. KlöCo fürchtet eine Übernahme durch den Gips-Milliardär, der selbst mit der Essener Knauf Interfer im Stahlhandel aktiv ist. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" will Knauf seine Beteiligung an dem MDax-Konzern auf mindestens 25 Prozent erhöhen, aber die Marke von 30 Prozent nicht überschreiten. Damit würde der 70-Jährige ein teures Übernahmeangebot vermeiden.

"Strategisches" Investment

Knauf hatte für gut 70 Mio. Euro 7,82 Prozent an dem Stahlhändler gekauft. Die Unternehmen wollten sich zu den Entwicklungen nicht äußern. "Das ganze Thema kommentieren wir nicht", sagte ein KlöCo-Sprecher. Vorstandschef Gisbert Rühl will am 6. März die Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 präsentierten und könnte sich dabei auch zu dem Stand der Gespräche mit Knauf äußern.

Der Unternehmer hatte sein Engagement als "strategisch" bezeichnet. Er dränge als größter Aktionär auch auf mindestens einen Sitz im Aufsichtsrat. Laut "Handelsblatt" könnte Knauf Interfer auch mit KlöCo fusionieren, indem die börsennotierte KlöCo den kleineren Essener Konkurrenten übernähme. Analysten schätzten den Kaufpreis für Interfer auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Interfer ist deutlich kleiner als KlöCo, hat aber in Deutschland eine starke Stellung im Handel mit Stahl. KlöCo ist an der Börse rund 1 Mrd. Euro wert.

Quelle: n-tv.de

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