Wirtschaft
Weit weg von den Wurzeln: Die kleine Plakette einer Kodak Boxkamera von 1919 zeigt den Hersteller, die "Eastman Kodak Company" in "Rochester, N.Y.".
Weit weg von den Wurzeln: Die kleine Plakette einer Kodak Boxkamera von 1919 zeigt den Hersteller, die "Eastman Kodak Company" in "Rochester, N.Y.".(Foto: picture alliance / dpa)

Patent-Verkauf sichert Finanzierung: Kodak bereit für den Neustart

Zum Abschluss eines Katastrophenjahres gibt es für Kodak doch noch gute Nachrichten: Nach einem Medienbericht gibt es für einen Neuanfang als Druckspezialist jetzt genug Geld aus dem Verkauf von Patenten.

Der insolvente Foto-Pionier Kodak kann für seine Digital-Patente wohl doch noch mehr als 500 Mio. US-Dollar erlösen. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" hat das Gebot eines Konsortiums die für einen geschäftlichen Neuanfang notwendige Schwelle von einer halben Milliarde Dollar überschritten.

Kodak hatte sich im November fast 800 Mio. US-Dollar für einen Neustart gesichert, um als Druckspezialist aus dem Insolvenzverfahren hervorzugehen. Die Finanzspritze der Großbanken UBS und JP Morgan Chase sowie zwei weiteren Finanzfirmen war allerdings an die Bedingung geknüpft, dass Kodak beim Verkauf seiner Digital-Foto-Patente mindestens 500 Mio. US-Dollar erzielt.

Kodak hatte seit dem vergangenen Jahrhundert die klassische Fotografie entscheidend geprägt, kam aber nicht mit dem Wechsel zu digitalen Bildern klar. Nach jahrelangen geschäftlichen Problemen und hohen Verlusten ging der Foto-Pionier Anfang dieses Jahres in ein Insolvenzverfahren. Im Zuge der Sanierung wurden große Geschäftsbereiche abgestoßen, im einstigen Kerngeschäft Fotografie ist Kodak damit kaum noch vertreten. Nach den Plänen würde der Umsatz im Jahr 2013 auf 2,7 Mrd. US-Dollar sinken. Im Jahr 2000 hatte die Kodak-Gruppe noch 14 Mrd. US-Dollar Umsatz gemacht.

Für die Veräußerung der Digitalbild-Patente kalkulierte Kodak ursprünglich mit einem Milliardenerlös und setzte auf einen Bieter-Wettbewerb zwischen Interessenten wie Apple und Google. Doch die Rivalen stiegen nicht in ein Bieter-Rennen ein, so dass die Gebote zunächst sehr niedrig blieben. Hinter dem aktuellen Gebot soll laut "Wall Street Journal" eine Gruppe von Technologie-Firmen aus dem kalifornischen Silicon Valley stehen. Zur genauen Zusammensetzung des Konsortiums gab es zunächst keine Informationen.

Quelle: n-tv.de

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