Mehr Ruhe im Conti-AufsichtsratKoerfer tritt ab
Rolf Koerfer hat um seinen Platz im Continental-Aufsichtsrat sehr kämpfen müssen. Nun macht er seinen Platz frei, um zu gewährleisten, dass sich wieder mehr um Sachfragen gekümmert wird. Laut Zeitungsbericht ist Ex-VW-Chef Pischetsrieder als Nachfolger im Gespräch.
Der fränkische Industrie- und Autozulieferer Schaeffler räumt weitere Hindernisse für eine engere Zusammenarbeit mit dem Rivalen Continental aus dem Weg. Der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer kündigte seinen Rückzug aus dem Aufsichtsrat des hannoverschen Konzerns an.
Mit dem Schritt wolle er einen Beitrag dazu leisten, dass die Diskussion in dem Kontrollgremium "sich wieder auf Sachfragen statt auf interne Personalfragen" konzentrieren könne, erklärte der Rechtsanwalt. Über den Zeitpunkt und seine Nachfolge sollten Gespräche mit Conti-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle aufgenommen werden. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" ist Ex-VW-Chef Bernd Pischetsrieder als Koerfer-Nachfolger im Gespräch.
Koerfer waren wegen seiner Beratertätigkeit für das fränkische Familienunternehmen Interessenkonflikte vorgeworfen worden. Schaeffler-Aufsichtsratschef Georg Schaeffler erklärte, Koerfer sei "teilweise heftig, unsachlich und unwahr persönlich in der Öffentlichkeit" kritisiert worden.
An Conti-Übernahme beteiligt
Das Landgericht Hannover hatte Koerfers erste Wahl in den Aufsichtsrat von Conti vor etwa eineinhalb Jahren für nichtig erklärt. Daraufhin hatte Schaeffler die Wahl erneut auf die Tagesordnung gesetzt, was heftige Kritik von Aktionärssprechern und Fonds ausgelöst hatte.
Koerfer hat den fränkischen Familienkonzern bei dessen Plan beraten, Continental zu übernehmen. Die beiden hoch verschuldeten Unternehmen sollen frühestens Ende nächsten Jahres verschmolzen werden. Schaeffler kontrolliert drei Viertel von Conti.