Wirtschaft
Keine Gewinner: Im Zuge der Krise verloren sowohl der russische Rubel (l.), als auch die ukrainische Hrywnja an Wert.
Keine Gewinner: Im Zuge der Krise verloren sowohl der russische Rubel (l.), als auch die ukrainische Hrywnja an Wert.(Foto: picture alliance / dpa)

"Härtestes Jahr seit 1945": Konflikt lähmt ukrainische Wirtschaft

Nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch durchlebt die Ukraine 2014 ein Krisen-Jahr: Die Wirtschaft schrumpft deutlich, die Währung verliert drastisch an Wert. Notenbankchefin Gontarewa blickt trotzdem optimistisch aufs nächste Jahr.

Die ukrainische Wirtschaft ist in diesem Jahr nach Angaben der Zentralbank um 7,5 Prozent geschrumpft. "So ein schwieriges Jahr hat unser Land mindestens seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt, sagte Notenbankchefin Walerija Gontarewa. Die Inflationsrate habe Ende November im Jahresvergleich 21 Prozent betragen. Trotz der dramatischen Zahlen wagte Gontarewa einen positiven Ausblick: "Ich denke, dass nie wieder passieren wird, was wir dieses Jahr erlebt haben", sagte sie. "Ohne Frage blicken wir optimistisch auf 2015."

Die ukrainische Wirtschaft leidet enorm unter dem Konflikt im Osten des Landes, wo sich seit dem Frühjahr Regierungstruppen und prorussische Rebellen heftige Gefechte liefern. Die Devisenreserven des Landes sind um mehr als die Hälfte zusammengeschmolzen und betragen erstmals seit fünf Jahren weniger als zehn Milliarden Dollar (8,2 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Nachbar Russland hat noch Reserven an ausländischer Währung in Höhe von 398,9 Milliarden US-Dollar (327 Milliarden Euro).

Hintergrund der schmelzenden Devisenreserven der Ukraine ist der Versuch, die ukrainische Währung zu stützen. Die Hrywnja hat seit Jahresbeginn deutlich an Wert verloren. Am Dienstagmorgen mussten für einen Dollar 15,82 Hrywnja bezahlt werden - zu Jahresbeginn waren es nur 8,24 Hrywnja.

Um den Staatshaushalt zu stabilisieren, verabschiedete das Parlament ein Sparpaket, das unter anderem höhere Importzölle, Kürzungen der Sozialausgaben und eine Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung vorsieht. Die Ausgaben für die Armee sollen allerdings deutlich steigen. Ziel des Sparhaushaltes ist es auch, die Auszahlung weiterer Kredittranchen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu ermöglichen. Experten des IWF werden am 8. Januar in Kiew erwartet.

Quelle: n-tv.de

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