Wirtschaft
Keine sicheren Jobs mehr: Die Rohstoffbranche hat zu kämpfen.
Keine sicheren Jobs mehr: Die Rohstoffbranche hat zu kämpfen.(Foto: picture alliance / dpa)

BHP Billiton zieht Notbremse: Konzernchef Kloppers muss gehen

Nach einer verheerenden Schlussbilanz setzt der weltgrößte Rohstoffkonzern BHP seinen Chef Marius Kloppers schneller ab als erwartet. Neuer Mann an der Spitze wird Andrew Mackenzie. Der Führungswechsel ist ein weiteres Zeichen für die maue Branchenlage, unter der Bergbaukonzerne weltweit leiden.

Fallende Rohstoffpreise und ein schwächerer US-Dollar haben dem weltgrößten Bergbaukonzern BHP Billition im zweiten Halbjahr 2012 einen Gewinneinbruch beschert. Mit den jüngsten Zahlen verkündete Vorstandschef Marius Kloppers in Sydney nun seinen vorzeitigen Rückzug von der Spitze des britisch-australischen Unternehmens. Kloppers ist bei weitem nicht der einzige Chef in der Branche, der seinen Hut nehmen muss. Auch andere große Rohstoffkonzerne haben nach dem Ende des Rohstoffboom zu kämpfen. Auch sie wechselten jüngst ihre Führungsriege aus. BHP Billiton selbst meldete am Dienstag, dass sein Halbjahresgewinn um mehr als die Hälfte eingebrochen ist.

Der scheidende Konzernchef Marius Kloppers.
Der scheidende Konzernchef Marius Kloppers.(Foto: REUTERS)

"Es war nie einfach, die Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt für das Ausscheiden zu treffen", sagte der 50-jährige Kloppers, der BHP Billiton seit sechs Jahren als CEO führt. "Ich glaube aber, dass jetzt die Zeit gekommen ist, den Taktstock der Führung weiterzugeben."

Der Abgang des gebürtigen Südafrikaners steht grundsätzlich schon seit November fest. Aber kaum jemand in der Branche hatte damit gerechnet, dass der 50-Jährige schon so schnell abgelöst werden würde. Sein Nachfolger wird am 10. Mai der Schotte Andrew Mackenzie, 56. Der Geologe leitet seit 2008 im Konzern die Abteilung für Nichteisenmetalle.

Kloppers musste als Chef heftige Kritik einstecken, weil er mit einigen Fusionsplänen gescheitert war - unter anderem platzte ein Zusammenschluss mit dem Branchenrivalen Rio Tinto - und weil er große Abschreibungen vornehmen musste.

Andrew Mackenzie steht vor großen Herausforderungen.
Andrew Mackenzie steht vor großen Herausforderungen.(Foto: REUTERS)

Auch andere große Rohstoffkonzerne wechselten jüngst ihre Führungsriege aus, weil Aktionäre von überzogenen Kosten und verzögerten Projekten die Nase voll haben. Viele Minenvorhaben, die während des Rohstoffbooms vor fünf Jahren angefangen wurden, laufen weiter, obwohl die Preise wegen der nachlassenden Nachfrage aus China und Europa stark gesunken sind.

Personalkarussell unter Tage

In den vergangenen 18 Monaten wurden rund zwei Dutzend Konzernchefs im Bergbau ausgetauscht. Unter ihnen ist Tom Albanese, der Ex-Chef des zweitgrößten Bergbaukonzerns Rio Tinto, der Anfang des Jahres Platz machte für Sam Walsh. Zuvor hatte Rio Tinto wegen Abschreibungen von 14 Mrd. US-Dollar erstmals nach fast zwei Dekaden einen Jahresverlust gemeldet.

Beim weltgrößten Platinproduzenten Anglo American bereitet sich die Vorstandschefin Cynthia Carroll auf ihren Abgang vor; sie wird nach Aktionärskritik an verkorksten Minenvorhaben in Brasilien im April das Ruder an Mark Cutifani abgeben, der noch Chef von Anglogold Ashanti ist.

Der einzige, dessen Stuhl in der Riege der fünf weltgrößten Bergbaukonzerne noch nicht wackelt, ist momentan Ivan Glasenberg, der Chef des bald fusionierten Rohstoffriesen Glencore.

Zeitgleich zum Personalwechsel gab BHP Billiton seine Halbjahresergebnisse bekannt. Demnach fiel der Nettogewinn für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2012/13 im Jahresvergleich von rund 10 Mrd. auf 4,24 Mrd. US-US-Dollar, vor allem wegen der geringeren Preise für Eisenerz und anderer Rohstoffe. Hinzu kamen Mrd.schwere Abschreibungen auf Nickel- und Aluminium-Geschäfte in Australien. Die Dividende soll trotzdem um 3,6 Prozent steigen.

Quelle: n-tv.de

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