Wirtschaft

Pharmaindustrie hilft Griechen: Konzerne wollen Kosten deckeln

Die Zahlungsprobleme des griechischen Gesundheitssystems sind groß. Um die Medikamentenversorgung sicherzustellen und die Gewinne zu schützen, kommen die Pharmakonzerne dem klammen Staat entgegen.

Das griechische Gesundheitssystem hat massive Zahlungsprobleme.
Das griechische Gesundheitssystem hat massive Zahlungsprobleme.(Foto: AP)

Wegen der anhaltenden Schuldenkrise ist die internationale Pharmaindustrie zu Zugeständnissen an Griechenland bereit. Der europäische Branchendachverband Efpia bietet der Regierung in Athen eine Deckelung der Medikamentenkosten an, wie aus einem Schreiben an die Ministerien für Gesundheit und Finanzen hervorgeht. Demnach soll die Rechnung der Firmen in diesem Jahr insgesamt nicht mehr als 2,88 Milliarden Euro betragen. Im Gegenzug soll sich die Regierung verpflichten, ihre Schulden komplett zu begleichen und zusagen, dass es keine weiteren Rückstände gibt.

Krebsmedikament nicht mehr ausgeliefert

Ziel der vorgeschlagenen Vereinbarung ist es, einerseits die Medikamentenversorgung des klammen Landes sicherzustellen und andererseits die Gewinne der Pharmaunternehmen zu schützen. Die Zahlungsprobleme des staatlichen Gesundheitssystems drohen Löcher in die Bilanzen zu reißen. Im vergangenen Monat hatte die griechische Regierung in einem äußerst ungewöhnlichen Schritt eine Aussetzung der Arzneiexporte verfügt, um Engpässe zu verhindern.

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck liefert das Krebsmedikament Erbitux nicht mehr an griechische Krankenhäuser. Bereits im Juni hatte der auf Blutplasmaprodukte spezialisierte Pharmakonzern Biotest entschieden, wegen unbezahlter Rechnungen in Millionenhöhe seine Lieferungen nach Griechenland einzustellen.

Efpia-Generaldirektor Richard Bergstrom erläuterte, andere Vereinbarungen zur Stabilisierung der Medikamentenversorgung habe es bereits mit Portugal, Irland und Belgien gegeben. Das Modell könne auch anderen Regierungen angeboten werden.

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Quelle: n-tv.de

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