Gewinn versiebenfachtKraftprotz BMW
Diese Zahlen können sich sehen lassen: BMW fährt nach dem überstandenen Krisenjahr 2009 wieder auf der Überholspur und im zweiten Quartal mit einem deutlichen Umsatz- und noch kräftigeren Gewinnwachstum vor. Die Gründe sind vielschichtig. Die Anleger freut's.
Dank der Erholung auf den weltweiten Automärkten hat BMW einen überraschend großen Gewinnsprung hingelegt. Das Ergebnis vor Steuern schnellte im zweiten Quartal auf 1,3 Mrd. Euro nach oben - rund anderthalb mal so viel wie von Analysten erwartet. Unter dem Strich steht ein Gewinn von 834 Mio. Euro nach 121 Mio. Euro im zweiten Viertel des Krisenjahres 2009. Der Umsatz stieg um 18,3 Prozent auf rund 15,3 Mrd. Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte.
"Deutliche Absatzzuwächse in wichtigen Märkten sowie ein hochwertiger Modell-Mix sind wesentliche Gründe für das starke zweite Quartal", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer. Er bekräftigte daher die Prognose, wonach das Ergebnis im Gesamtjahr "signifikant über dem Niveau des Vorjahres" liegen werde. Das dürfte BMW schon deshalb nicht schwer fallen, weil der Gewinn vor Steuern bereits im Startquartal rund 100 Mio. Euro höher lag als im gesamten Krisenjahr 2009.
BMW hatte bereits jüngst seine zuvor zurückhaltende Absatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr nach oben korrigiert.
"Konjunkturelle Risiken bleiben"
Das Unternehmen rechnet nun mit mehr als 1,4 Millionen verkauften Autos und will damit an die Zeit vor der Krise anknüpfen. "Wir müssen jedoch im Auge behalten, dass auch im zweiten Halbjahr eine Reihe von konjunkturellen Risiken besteht", sagte Reithofer.
Anleger und Analysten frohlocken
Nach dem überraschend starken Gewinnanstieg drehten BMW-Aktien auf. Mit einem Plus von 4,9 Prozent auf 43,94 Euro setzten sich die Papiere im Dax klar an die Spitze und waren damit so teuer wie seit November 2007 nicht mehr. Die Titel des Erzrivalen Daimler verteuerten sich um 1,5 Prozent auf 42,03 Euro.
Die BMW-Zahlen im zweiten Quartal zeigten eine starke Entwicklung, sagte DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic. Die neuen Modelle, etwa der neue 5er BMW und der Mini Countryman, sollten Gutes für die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr verheißen. Das exzellente Quartalsergebnis lasse die Prognose des Autobauers für das Gesamtjahr höchst konservativ erscheinen, erklärte Equinet-Analyst Tim Schuldt. Er werde deshalb sehr wahrscheinlich sein Kursziel von 48 Euro je Aktie anheben.