Wirtschaft
Der Verlust nach Steuern stieg im zweiten Quartal auf 9,4 von 7,8 Millionen Euro.
Der Verlust nach Steuern stieg im zweiten Quartal auf 9,4 von 7,8 Millionen Euro.(Foto: imago/Westend61)

Wende "nicht dynamisch genug": Kurs der Heideldruck-Aktie stürzt ab

Es geht wieder aufwärts mit dem im SDax notierten Print-Spezialisten Heideldruck - aber aus Sicht der Anleger nicht schnell genug. Die jüngsten Quartalszahlen enttäuschen daher. Nach einem zuletzt starken Anstieg bricht der Aktienkurs heftig ein.

Eine Ausweitung des Verlusts im zweiten Quartals vergrault die Anleger von der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heideldruck). Die Aktien rauschen um 18,6 Prozent auf 2,21 Euro in die Tiefe. Das ist der größte Kurssturz seit rund sechs Jahren. Im SDax sind sie der mit Abstand schwächste Wert.

Das Ebit (der Gewinn vor Steuern) für das zweite Quartal sei das beste seit Jahren, aber die Wende zum Besseren falle weniger dynamisch aus erhofft, schrieb DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic in einem Kommentar. Seit Januar haben Heideldruck mehr als 30 Prozent an Wert gewonnen, der SDax kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von 21,5 Prozent.

Der Verlust nach Steuern stieg im zweiten Quartal auf 9,4 von 7,8 Millionen Euro. Im gesamten Geschäfts-Halbjahr fiel er allerdings wesentlich kleiner aus als vor einem Jahr. Die angestrebten Jahresziele hat Heideldruck nach eigener Aussage "fest im Blick".

Internet bereitet Print-Branche Probleme

Der Umsatz wuchs in den sechs Monaten zum 30. September vor allem dank der Übernahme der PSG-Gruppe sowie positiver Währungseffekte auf 1,16 Milliarden von knapp einer Milliarde Euro. Das Ebit ohne Sondereinflüsse kletterte auf 43 Millionen von 19 Millionen Euro. Nach Steuern stand nun nur noch ein Verlust von 14 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch 42 Millionen Euro.

Wegen des Einbruchs des Werbemarktes und der Verdrängung von Print-Erzeugnissen durch das Internet mussten viele Druckereien seit der Finanzkrise 2008 schließen. Heute erzielt Heideldruck nur noch die Hälfte des Umsatzes mit dem Maschinenbau und hat das profitablere Geschäft mit Dienstleistungen und Verbrauchsmaterialien ausgebaut.

Quelle: n-tv.de

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