Wirtschaft
Ein Showroom von Tesla in Schanghai.
Ein Showroom von Tesla in Schanghai.(Foto: REUTERS)

Kein Grund zur Panik: Tesla-Aktie muss nach Zahlen bluten

Gut, aber offenbar nicht gut genug: Das ist das Fazit der Börsianer nach den Quartalszahlen von Tesla Motors. Die Aktie lässt kräftig Federn. Kenner geben jedoch Entwarnung: "Business as usual", heißt es. Tesla bleibt dieses Jahr auf Kurs.

Die Aktie von Tesla hat nachbörslich 8 Prozent verloren, obwohl der  kalifornische Hersteller von Elektroautos die Prognosen der Analysten leicht schlagen konnte. Große Sorgen müssen sich Anleger deshalb aber nicht machen – und das aus mehreren Gründen: Unter anderem hat die Aktie hat in diesem Jahr bereits 34 Prozent gutgemacht.

Elon Musk wurde mit dem Bezahldienst Paypal reich.
Elon Musk wurde mit dem Bezahldienst Paypal reich.(Foto: REUTERS)

Der Elektro-Autobauer hat zwar im ersten Quartal mehr eingenommen, aber auch mehr ausgegeben. Zu schaffen machten Tesla dabei vor allem hohe Vertriebs- und Entwicklungskosten.  Das von dem US-amerikanischen Unternehmner Elon Musk gegründete Unternehmen fuhr deshalb einen Verlust von unterm Strich 50 Millionen Dollar ein (36 Mio. Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte Tesla noch gut 11 Millionen Dollar verdient. Gleichzeitig verdiente Tesla auf bereinigter Basis allerdings 12 Cent je Aktie, der Umsatz belief sich auf 713 Millionen US-Dollar. Analysten hatten hier mit weniger gerechnet. Erwartet worden waren 10 Cent Gewinn je Aktie sowie ein Umsatz von 699 Millionen Dollar.

Der Konzern hat zum einen Geld in die Hand genommen für den Verkaufsstart seiner Elektrolimousine Model S in China, zum anderen aber auch für Arbeiten am Model X. Das Elektro-SUV soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen.

2014 wird "ein geschäftiges Jahr"

Überdies treibt Firmenchef Elon Musk seinen Plan einer gigantischen Batteriefabrik in den USA voran; der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen. "2014 ist bereits ein sehr geschäftiges Jahr", erklärte Musk in einem Brief an seine Aktionäre. Insgesamt plant Musk Investitionen zwischen 650 und 850 Millionen Dollar in diesem Jahr.

In einem Schreiben an die Investoren hieß es, Tesla habe für den weltweiten Absatz im ersten Quartal 7.535 Fahrzeuge des Typs Model S produziert. Ausgeliefert wurden 6.457 Autos und damit "etwas mehr als unser Ziel war", so Musk. Den Rekord aus dem direkt vorangegangenen Quartal von 6892 verfehlte das Unternehmen damit allerdings. Als Grund wurde angeführt, dass viele Autos noch unterwegs auf dem Schiff zu den Kunden in China oder Europa seien.

Insgesamt verspricht Tesla auf Kurs zu sein. Im Gesamtjahr will der Elektro-Autobauer weiterhin mehr als 35.000 Wagen ausliefern. In Deutschland wird das Model S seit vergangenem Jahr verkauft.

Der kräftige Rückgang der Aktie ist für Unternehmens-Kenner auch noch aus einem anderen Grund kein großer Schock. Tesla-Investoren neigen dazu, im Anschluss an Quartalszahlen wild hin und her zu agieren und die Aktie auf eine Achterbahnfahrt zu schicken. Vor allem am Optionsmarkt ist Tesla sehr präsent und viele Teilnehmer spielen einen "Straddle": sie verdienen dann bei starken Ausschlägen nach oben wie nach unten.

So hat sich in den vergangenen drei Jahren die Aktie nach Quartalsberichten im Schnitt um 9,6 Prozent bewegt, im letzten Jahr lag diese Zahl sogar bei 15 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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