Wirtschaft

Autobauer nehmen Fahrt aufKurzarbeit auf dem Rückzug

22.02.2010, 13:15 Uhr

Die Krise im Automobilbau klingt ab. Die Auftragsbücher der Hersteller füllen sich wieder. Ein guter Grund, die Kurzarbeit deutlich zurückzufahren. Aber nicht alle Konzerne machen mit.

bmw
"Ich glaube nicht, dass wir erneut zu Kurzarbeit greifen müssen", sagte BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichinger (Foto: picture alliance / dpa)

Die deutschen Autohersteller fahren die Kurzarbeit wegen anziehender Auftragslage immer weiter zurück. Bei BMW und VW laufen die Bänder in den Werken inzwischen wieder normal. Daimler und MAN kommen hingegen noch nicht ohne Kurzarbeit über die Runden. Im Folgenden eine Übersicht über den aktuellen Stand bei den wichtigsten Autobauern:

BMW

"Ich glaube nicht, dass wir erneut zu Kurzarbeit greifen müssen", sagte Finanzvorstand Friedrich Eichinger jüngst. Zuletzt waren nur noch BMW-Mitarbeiter im niederbayerischen Werk Dingolfing betroffen, wo große Limousinen wie der 5er oder der 7er gebaut werden. BMW hatte ab Februar vergangenen Jahres die Arbeitszeit in den Werken Dingolfing, Regensburg, Landshut und Berlin reduziert und zunächst 26.000 Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt. Diese Zahl wurde seitdem schrittweise reduziert.

Daimler

Die Stuttgarter haben in ihren deutschen Werken derzeit noch 26.000 Beschäftigte mit Kurzarbeit, in etwa jeweils zur Hälfte bei Pkw und Transportern sowie bei Lkw. In den Pkw- und Transporterwerken Stuttgart-Untertürkheim, Berlin, Bremen und Düsseldorf sind verkürzte Arbeitszeiten für das gesamte erste Quartal geplant, in den Lkw-Werken Mannheim, Gaggenau, Wörth und Kassel noch mindestens bis Ende Juni. Trotz der in Deutschland gestiegenen Nachfrage nach verbrauchsärmeren Kleinwagen gilt auch im Kompaktwagen-Werk von Mercedes-Benz in Rastatt weiter Kurzarbeit für 3100 Mitarbeiter. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte vergangene Woche angekündigt, die Kurzarbeit bei Pkw deutlich reduzieren und "wo immer es der Markt erlaubt" beenden zu wollen. Auf dem Höhepunkt der Absatzkrise waren etwa 68.000 der rund 160.000 Daimler-Beschäftigten in Deutschland in Kurzarbeit.

VW/Audi/Porsche

"Wir haben im Moment keinerlei Kurzarbeit", sagt ein VW-Sprecher. Audi hatte zuletzt nur noch von "punktueller Kurzarbeit" gesprochen. Porsche hat in seinem Stammwerk Stuttgart Zuffenhausen für das erste Quartal den Stopp der Produktion an 16 Tagen für 2300 Mitarbeiter angeordnet.

Opel

Die GM-Tochter reduziert die Kurzarbeit in den kommenden Monaten deutlich. In den Werken Eisenach und Rüsselsheim werde ab April wieder normal gearbeitet, sagte ein Sprecher. Weiterhin kürzer arbeiteten jedoch die Beschäftigten im Werk Bochum. Dort sei ab März noch Kurzarbeit für 4800 Beschäftigte geplant.

MAN

Wie Daimler kommt auch MAN in der Lkw-Produktion noch nicht ohne Kurzarbeit aus. MAN hatte Anfang 2009 mit Kurzarbeit an drei deutschen und einem österreichischen Standort begonnen. Betroffen war zunächst die Lkw-Produktion, im Herbst vergangenen Jahres kam die Diesel-Sparte dazu. 2010 geht die Kurzarbeit in den deutschen Werken weiter: MAN will so auch in diesem Jahr wieder 180 Millionen Euro sparen. In der Nutzfahrzeugsparte sind für das erste Halbjahr 50 Tage Kurzarbeit in der Produktion und 40 Tage in der Verwaltung angesetzt. Betroffen sind zwischen 9000 und 11.000 Beschäftigte.

Quelle: rts