Wirtschaft
Tief verwurzelt in der baden-Württembergischen Landeshauptstadt: In Stuttgart gehört das LBBW-Logo zum Straßenbild.
Tief verwurzelt in der baden-Württembergischen Landeshauptstadt: In Stuttgart gehört das LBBW-Logo zum Straßenbild.(Foto: picture alliance / dpa)

Warmer Regen aus der Landesbank?: LBBW beglückt Sparkassen

Im Südwesten Deutschlands bereiten sich Sparkassenchefs auf einen wahren Geldsegen vor: Bei der LBBW hält Verbandschef Schneider das Schlimmste für überstanden. Schon bald sollen Garantien und aufgesparten Zinsen zur Ausschüttung kommen.

An der Spitze des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg: Peter Schneider.
An der Spitze des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg: Peter Schneider.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Eigentümer der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hoffen in diesem Jahr auf hohe Zahlungen von Deutschlands größter Landesbank. Insgesamt sei mit Auszahlungen von rund 635 Mio. Euro zu rechnen, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, Peter Schneider. Damit sei "Licht am Ende des Tunnels" bei der Entwicklung der Bank zu erkennen, die in der Finanzkrise von ihren Eignern mit Milliarden gerettet werden musste.

Für die damals gewährten Garantien werde die LBBW voraussichtlich 331 Mio. Euro für 2012 ausschütten. Hinzu kämen wahrscheinlich 304 Mio. Euro an zurückgestellten Zinsen von Stillen Einlagen der Träger - neben den baden-württembergischen Sparkassen gehört die Bank dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart.

Die LBBW muss als Gegenleistung für die staatliche Rettung auf Druck der EU ihre Bilanzsumme stark reduzieren und ihre Bestände an riskanten Wertpapieren abbauen. Von ehemals knapp 100 Mrd. Euro werde die Bank diesen Posten in diesem Jahr auf weniger als 25 Mrd. Euro drücken, sagte Schneider. "Das ist eine Leistung." Der reine Eigenhandel mit Wertpapieren beim Stuttgarter Institut gehe in naher Zukunft gegen Null.

Mehr als die Deutsche Bank

Auch mit dem Geschäft der 53 Sparkassen in Baden-Württemberg ist Schneider zufrieden. Dank der stabilen Wirtschaftslage im Südwesten mussten die Institute wenig Geld für Kreditausfälle zurücklegen und profitierten zudem von der guten Entwicklung von Wertpapieren. Unter dem Strich fuhren die Institute 2012 einen Gewinn von einer Milliarde Euro ein - und damit mehr als Branchenprimus Deutsche Bank. "Ein solches Ergebnis wird sicher eine absolute Ausnahme bleiben", betonte Schneider jedoch.

Die Deutsche Bank hatte für das vierte Quartal einen überraschend hohen Verlust von 2,2 Mrd. Euro ausgewiesen. Im Gesamtjahr 2012 erzielte das größte deutsche Geldhaus einen Gewinn von 611 Mio. Euro, was im Vergleich zum Vorjahr einem Gewinneinbruch von 85 Prozent entspricht.

Starke Stütze Mittelstand

Bei den baden-württembergischen Sparkassen lief es deutlich besser: Das Volumen der Kundenkredite stieg 2012 um drei Prozent auf 104 Mrd. Euro - getrieben von Darlehen an mittelständische Unternehmen. Nach dem Rückzug ausländischer Banken von Firmenkrediten in der Finanzkrise 2008 seien die Sparkassen der führende Mittelstandsfinanzierer, sagte Schneider.

Auch die sogenannten "Häuslebauer" rannten den Sparkassen angesichts der niedrigen Zinsen die Türen ein. Die Wohnungsbaukredite für private Bauherren kletterten um 4,5 Prozent auf einen Bestand von knapp 40 Mrd. Euro - der stärkste Anstieg seit zehn Jahren.

Absage an den Provinzial-Vorschlag

Von Fusionen unter den elf öffentlich-rechtlichen Versicherungen hält der Sparkassenverband als Eigner der Sparkassen-Versicherung wenig. "Ich beteilige mich an keinen Fusionsgesprächen", sagte Schneider. Die Eigentümerstrukturen und Verfassungen der Versicherungen seien zu unterschiedlich. Kooperationen in einzelnen Feldern wie der Informationstechnologie oder in der Sparte Lebensversicherungen seien vorzuziehen.

Angestoßen hatte die Diskussion über Versicherungsfusionen die zu den Sparkassen gehörende Provinzial Nordwest, für die sich auch die Allianz interessiert haben soll.

Quelle: n-tv.de

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