Donnerstag, 03. Dezember 2009
Hohe Risikovorsorge: LBBW sieht wieder rot
Drohende Kreditausfälle in Folge der Wirtschaftskrise drücken die größte deutsche Landesbank LBBW tief in die roten Zahlen.
Die LBBW ist durch ihren Fokus auf den Mittelstand besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
In den ersten neun Monaten erwirtschaftet die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) einen Verlust von 620 Mio. Euro nach einem Minus von knapp einer Milliarde Euro vor einem Jahr, wie die Bank mitteilte. Der Grund dafür war eine massiv erhöhte Risikovorsorge für faule Kredite von 1,25 Mrd. Euro. Vor einem Jahr musste die LBBW nur einen Bruchteil dessen für mögliche Darlehensausfälle zur Seite legen.
Die LBBW ist durch ihren Fokus auf den Mittelstand besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen. Zudem kämpft die Stuttgarter Bank noch mit den Folgen der Finanzkrise, die ihr bereits 2008 Milliardenverluste eingebrockt hatte.
Profitieren konnte die LBBW in den vergangenen Monaten dagegen von der Erholung an den globalen Kapitalmärkten. In ihren Anlageportfolios verzeichnete sie Wertaufholungen von rund 650 Mio. Euro, was die höhere Risikovorsorge zumindest teilweise wieder wettmachte. Zudem legten Zins- und Provisionsüberschuss stark zu. Dadurch stand auf operativer Ebene ein Gewinn von 189 Mio. Euro in der Bilanz.
Für das vierte Quartal erwarte die LBBW zwar ein anhaltend gutes Kundengeschäft, erklärte Vorstandschef Hans-Jörg Vetter. Eine weiter steigende Risikovorsorge sowie Kosten im Zuge der Restrukturierung führten allerdings zu neuen Belastungen. Nach Angaben auf Finanzkreisen rechnet die Bank im Gesamtjahr 2009 mit einem Verlust von 1,8 Mrd. Euro. 2008 hatte ein Fehlbetrag von 2,1 Mrd. Euro zu Buche gestanden.
Wie viele andere Landesbanken hatte die LBBW wegen des Mangels an Erträgen im klassischen Bankgeschäft ein riesiges Portfolio komplexer Wertpapiere aufgebaut, das in Folge der Finanzkrise zu massiven Abschreibungen geführt hatte. Nur dank Mrd.schwerer Hilfen ihrer Eigentümer konnte die LBBW dies verkraften. Auch die BayernLB, die HSH Nordbank und die WestLB mussten von ihren Eignern gestützt werden.
rts
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