Wirtschaft
Die Stimmung der Finanzexperten verschlechtert sich, was die Zukunftserwartungen betrifft. Die aktuelle Lage bessert sich dagegen weiter.
Die Stimmung der Finanzexperten verschlechtert sich, was die Zukunftserwartungen betrifft. Die aktuelle Lage bessert sich dagegen weiter.(Foto: picture alliance / dpa)

ZEW: Börsianer-Ausblick "nicht überbewerten": Lage deutlich besser als erwartet

Die deutsche Wirtschaft setzt vielen Ökonomen zufolge nach zwei mageren Jahren in Folge wieder zu einem stärkeren Wachstum an. Die jüngsten ZEW-Daten untermauern das aber nicht. Vor allem die Erwartungen enttäuschen.

Die deutsche Wirtschaft wird von Börsianern deutlich schlechter bewertet als erwartet. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen sank im Februar um 6,0 auf 55,7 Punkte, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 251 Anlegern und Analysten mit. Ökonomen hatten einen unveränderten Wert erwartet.

Die Lage beurteilten die Experten aber deutlich besser: Das Barometer kletterte um 8,8 auf 50,0 Punkte. Hier waren nur 44,0 Zähler erwartet worden.

Unsicherheit um Entwicklung der US-Wirtschaft

Nach Einschätzung des ZEW resultierte der Rückgang der Erwartungen aus einigen Unsicherheiten, die zuletzt verstärkt in den Vordergrund getreten sind. "In den USA haben beispielsweise schwächelnde Beschäftigungszahlen und einige gedämpfte Vorlaufindikatoren Sorgen aufkeimen lassen, dass der Aufschwung an Tempo verlieren könnte", kalkulierten die Konjunkturforscher.

Zudem spiegele die volatile Kapitalmarktentwicklung in einigen Schwellenländern Unsicherheit über deren mittelfristige Konjunkturperspektiven wider. ZEW-Präsident Clemens Fuest mahnte zur Gelassenheit: "Der Rückgang der Konjunkturerwartungen sollte nicht überbewertet werden. Die Finanzmarktexperten bleiben mehrheitlich optimistisch", sagte er.

Auch ING-Diba-Chefvolksirt Karsten Brzeski sah keinen Grund zur Sorge: "Der Index liegt immer noch über seinem langfristigen Mittelwert", sagte er. Zudem sei der Anstieg des Lageindexes eine gute Nachricht für die Konjunktur, denn diese Indexkomponente habe sich in den vergangenen Jahren zu einem guten Vorlaufindikator der Wirtschaftsaktivität entwickelt. "Die Wirtschaft dürfte in den ersten drei Monaten des Jahres Fahrt aufnehmen", prognostizierte Brzeski.

Auch nach Aussage von Helaba-Analyst Ulrich Wortberg spricht der abermalige Anstieg der Lageeinschätzungen für eine erhöhte Zuversicht der Finanzmarktexperten bezüglich der deutschen Konjunktur. "Hier dürfte auch die verbesserte Markteinschätzung der Peripherieländer eine Rolle gespielt haben. Aus den Zahlen ergibt sich kein akuter Handlungsdruck für die EZB, weitere Lockerungsmaßnahmen zu beschließen", sagte er.

Die deutsche Wirtschaft setzt nach zwei mageren Jahren in Folge wieder zu einem stärkeren Wachstum an, sagen die meisten Ökonomen voraus. Die Bundesregierung erwartet für 2014 ein Plus von 1,8 Prozent, das sich 2015 auf 2,0 Prozent erhöhen soll. 2012 waren es 0,7 Prozent, 2013 sogar nur 0,4 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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