Wirtschaft
Die Landwirte erwarten höhere Einnahmen - auch durch Preissteigerungen.
Die Landwirte erwarten höhere Einnahmen - auch durch Preissteigerungen.(Foto: picture alliance / dpa)

Fleischkonsum fördert Schadstoff-Ausstoß: Landwirte erwarten Preiserhöhungen

Lebensmittel gehören seit Monaten zu den Preistreibern. Daran wird sich auch 2014 nichts ändern. Wachstumsimpulse erhoffen sich die Landwirte zudem aus dem Ausland. Scharfe Kritikmüssen die Bauern indes für ihre Umweltbilanz einstecken - ebenso wie die Verbraucher.

Verbraucher müssen sich auf weiter steigende Lebensmittelpreise einstellen. "Wir gehen eher nicht von sinkenden Preisen aus", sagte Christoph Minhoff, der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE). Eine konkrete Prognose machte er nicht. Unterdessen monieren Verbraucherzentralen und Umweltbundesamt (UBA) den hohen Fleischkonsum der Deutschen. Inzwischen gingen ein Fünftel aller Treibhausgas-Emissionen in Deutschland auf den Ernährungssektor zurück.

Insgesamt rechnet die Branche mit einem um vier Prozent höheren Umsatz. Dabei soll das Wachstum vor allem vom Export kommen. Im vergangenen Jahr steigerte die deutsche Ernährungsindustrie ihre Erlöse nominal um drei Prozent auf 174,5 Milliarden Euro. Dabei legte der Export zwar zwar etwas geringer zu als in den Jahren zuvor. Dennoch wurde mit 54 Milliarden Euro einmal mehr ein Rekordwert erreicht.

Dabei warnte die deutsche Agrarwirtschaft vor Einschränkungen des weltweiten Handels. Dieser sei "nicht die Ursache von Hunger und mangelnder Verteilungsgerechtigkeit, sondern ein Teil der Lösung", sagte der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer.

Umsatzwachstum vor allem dank höherer Preise

Im Inland bleibe die Lage wegen des harten Wettbewerbs, hoher Produktionskosten und gestiegener Kundenansprüche indes gespannt, hieß es beim BVE. Weitere Preiserhöhungen seien wohl nötig. Bereits im vergangenen Jahr verteuerten sich Nahrungsmittel und Getränke um 3,9 Prozent. Derweil blieb der Mengenumsatz nahezu konstant. Auch die die Zahl der Beschäftigten blieb mit 556.000 im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert.

Insgesamt blicken die Landwirte "verhalten optimistisch" auf 2014. Sowohl Viehhalter als auch Ackerbauern gingen mit guten Aussichten in das neue Jahr, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Die gute Lage an den Agrarmärkten spiegelt sich auch in der Beteiligung an der Branchenschau Grünen Woche wider: Mit 1650 ist die Ausstellerzahl so hoch wie seit 15 Jahren nicht. Insgesamt seien 70 Länder vertreten. "Die Grüne Woche befindet sich im Allzeithoch", sagte Messechef Christian Göke. Die Schau beginnt am Freitag. Partnerland der weltgrößten Ausstellung für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau ist in diesem Jahr Estland.

Neue Düngeverordnung gefordert

Verbraucherschützer und Umweltbundesamt wollen die Tierhaltung begrenzen.
Verbraucherschützer und Umweltbundesamt wollen die Tierhaltung begrenzen.(Foto: picture alliance / dpa)

Derweil appellieren Verbraucherzentralen (vzbv) und  Umweltbundesamt angesichts der hohen Schadstoff-Emissionen an die Verbraucher, den Fleischkonsum zu begrenzen und und weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Die Umwelt müsse für die Produktion und den Verbrauch von Lebensmitteln "schon heute zahlen", sagte Holger Krawinkel vom vzbv. Langfristig könnten die Kosten aber auch für die Verbraucher spürbar werden.

Vor allem der als Dünger eingesetzte Stickstoff ist ihre Einschätzung zufolge ein Problem für die Umwelt. Ein Großteil gelange in die Luft oder ins Grundwasser. Nötig sei daher eine "zeitnahe ambitionierte Überarbeitung der Düngeverordnung".

Begrenzung der Tierhaltung

Da jedoch die Umstellung auf ökologischen Landbau Geld kostet, fordern die Verbraucherzentralen und UBA eine stärkere finanzielle Unterstützung der Landwirte. "Wenn wir so weiter machen wie bisher, erreichen wir unser nationales Ziel von 20 Prozent Ökolandwirtschaft erst im Jahr 2078", sagte UBA-Präsident Thomas Holzmann.

Zur Stickstoff-Emission trägt auch der Fleischkonsum bei -  durch Gülle aus der intensiven Tierhaltung. So wollen UBA und vzbv die Zahl der Tiere pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche begrenzen.

Mit Blick auf die Lebensmittelverschwendung beide ferner an den Handel, die "Qualitätsanforderungen zur Makellosigkeit, Größe und Form von Lebensmitteln zu überdenken". Hersteller und Handel sollten zudem für eine klare Unterscheidbarkeit von Mindeshaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum sorgen.

Quelle: n-tv.de

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