Wirtschaft
Auch die Trockenheit setzt den Landwirten zu.
Auch die Trockenheit setzt den Landwirten zu.(Foto: picture alliance / dpa)

Maues Wetter, sinkende Preise: Landwirte rufen nach Politik

Zur Halbzeit des Jahres herrscht bei den deutschen Landwirten wenig Optimismus. Vor allem die Politik setzt ihnen zu. Mindestlohn und Russland-Sanktionen treffen die Branche.

Bei den deutschen Landwirten herrscht miese Stimmung. Schlechtes Wetter, gesunkene Milchpreise und die Russland-Krise setzten den Bauern zu, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied den "Ruhr-Nachrichten". Die Aussichten für das Jahr seien daher nicht gut. Hinzu komme der Mindestlohn, der eine Belastung sei. "Wir haben mit deutlich höheren Arbeitskosten zu kämpfen." Zudem seien die Dokumentationspflichten für viele Betriebe nicht leistbar.

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Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles habe ihm zugesagt, dass die Länder bei den Arbeitszeiten zur Erntespitze flexible Lösungen ermöglichen könnten. "Landwirtschaftliche Erzeugnisse dürfen nicht wegen politischer Vorgaben auf den Feldern vergammeln", mahnte Rukwied.

Sanktionen lasten auf Branche

Beim Spargel sei die Ernte in diesem Jahr um zehn Prozent niedriger ausgefallen, "und das bei Preisen wie im Vorjahr", sagte er. Wegen des Mindestlohns seien aber die Kosten gestiegen. Die Spargelbauern müssten daher ein deutliches Minus hinnehmen. Bei den Erdbeeren sehe es nicht besser aus. "Alles in allem ist das kein gutes Jahr", sagte er.

Vor dem Hintergrund gesunkener Milchpreise fordert der Präsident des Bauernverbands zudem intensivere Verhandlungen über eine Aufhebung des Russland-Embargos. "Die Amerikaner haben ihr Handelsvolumen mit Russland gerade um sechs Prozent erhöht", sagte er. Auch sei es höchste Zeit für eine Exportinitiative für Milch und Milchprodukte, "hierzu brauchen wir die Unterstützung der Politik".

Fastfood-Ketten zahlen für bessere Haltung

Kurz vor Beginn des Bauerntags in Erfurt wiederholte der Deutsche Bauernverband (DBV) seinen Ruf nach mehr finanziellen Mitteln für die Tierwohl-Initiative zur Verbesserung der Tierhaltung. Rukwied forderte McDonalds, Burger King und andere Fastfood-Ketten auf, mehr für gute Haltungsbedingungen zu zahlen und sich an der Initiative zu beteiligen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Rukwied: "Aus meiner Sicht gibt es keine Alternative zu einem Beitritt."

Bei der Initiative erhalten Bauern für eine Verbesserung der Haltungsbedingungen im Stall Ausgleichszahlungen aus einem Fonds, den der Lebensmittel-Einzelhandel speist. Es fehlten derzeit rund 60 Millionen Euro jährlich, um allen angemeldeten Bauern eine Teilnahme zu ermöglichen, sagte der Verbandspräsident. Mit rund 4700 Schweinehaltern hatten sich etwa doppelt so viele Landwirte registriert, wie Geld vorhanden ist.

"Der Kreis der Einzahler in den Fonds muss vergrößert werden", forderte Rukwied. Es liefen Gespräche mit Einzelhandelskonzernen, die derzeit noch nicht an der Initiative beteiligt seien, aber auch mit Systemgastronomie-Unternehmen. Die Bauern hätten in bessere Haltungsbedingungen wie mehr Platz im Stall investiert. "Jetzt sind die anderen Marktpartner am Zug, die bislang noch nicht dabei sind."

Quelle: n-tv.de

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