Aber keiner will es lesenLebensmittel bitte kennzeichnen
Die deutschen Verbraucher wünschen sich einer Studie zufolge zwar die genaue Kennzeichnung der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, sie nutzen die Angaben aber kaum. Die wenigsten Konsumenten nehmen sich die Zeit, die Angaben auch zu lesen.
Eine Mehrheit finde detaillierte Angaben etwa zum Zucker- oder Fettgehalt von Süßwaren, Fertigprodukten, Tiefkühlkost oder Getränken besonders angebracht, zitierte das Nachrichtenmagazin "Spiegel" aus einer Studie der Fachhochschule Münster. Einfluss auf das eigene Konsumverhalten habe dies aber nicht: Mehr als die Hälfte der Befragten gab demnach an, beim Einkauf nicht auf die Inhaltsstoffe zu achten. Als Grund nannten sie unter anderem an, dass dies zu viel Zeit koste.
"Auch eine optimierte Lebensmittelkennzeichnung würde nicht automatisch dafür sorgen, dass sich die Konsumenten gesünder ernähren", sagte der Autor der Studie, Holger Buxel, dem Nachrichtenmagazin. Es hänge stärker vom Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher als von der Art der Kennzeichnung ab, inwieweit die Menschen auf Nährwerte achteten.
Kunden verstehen der Studie zufolge allerdings die von Verbraucherschützern geforderte Ampelkennzeichnung, bei der hohe Anteile etwa an Salz, Zucker oder Fett mit rot markiert sind, besser als das von der Lebensmittelindustrie favorisierte Modell. Dieses sieht sehr viel umfangreichere Angaben ohne farbliche Kennzeichnung vor; stattdessen sollen die Nährwerte in Bezug auf den Tagesbedarf angegeben werden.