Wirtschaft
Der Lebensmittelverband rechnet auch angesichts der weniger guten Ernteerwartungen mit steigenden Preisen.
Der Lebensmittelverband rechnet auch angesichts der weniger guten Ernteerwartungen mit steigenden Preisen.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 14. Juni 2011

"Anders geht es nicht mehr": Lebensmittel werden teurer

Die Verbraucher müssen sich auf steigende Preise für Lebensmittel einstellen. "Preiserhöhungen sind nach einer 18-monatigen Talfahrt der Preise unvermeidlich", sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Matthias Horst, dem "Tagesspiegel".

Die Agrarrohstoffe hätten sich seit Frühjahr 2010 um 50 Prozent verteuert, was auf die "ohnehin schwache" Ertragslage durchschlage. Im BVE sind Verbände der Nahrungsmittelhersteller, aber auch Konzerne wie Unilever, Nestlé oder Dr. Oetker organisiert.

Auch die Großbäckereien wollen für Brot und Brötchen mehr verlangen. Im Herbst stünden die Verhandlungen mit dem Einzelhandel an, sagte Armin Juncker vom Verband Deutscher Großbäckereien dem Blatt: "Wir werden dabei versuchen, kräftige Preiserhöhungen durchzusetzen - anders geht es nicht mehr."

Inflationsgefahr steigt

Lebensmittel könnten damit die Inflation anheizen. Im Mai hatte sich der allgemeine Preisanstieg zum ersten Mal seit neun Monaten etwas verlangsamt auf eine Jahresrate von 2,3 Prozent. Experten erwarten aber, dass die Teuerungsrate mit dem weiter robusten Wirtschaftsboom wieder deutlicher zulegt.

Steigende Rohstoff- und Ölpreise rufen auch die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) auf den Plan. Die EZB müsse verhindern, dass der Preisanstieg von Rohstoffen zu der Erwartung einer langfristig höheren Inflation und damit zu Zweitrundeneffekten bei Löhnen und Preisen führe, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Vortag bei einer Veranstaltung der Universität London School of Economics (LSE). Trichet hatte zuletzt angedeutet, dass die EZB voraussichtlich im Juli erneut die Zinsen anheben wird, auf dann 1,5 Prozent.

Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen