Wirtschaft
Spielzeuggigant Lego: Die Dänen sind Marktführer in den Kinderzimmern.
Spielzeuggigant Lego: Die Dänen sind Marktführer in den Kinderzimmern.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 01. Februar 2017

Soziales Netzwerk für Kinder: Lego greift Facebook an

Kombination aus Moderne und Tradition: Bauklötzchenmagnat Lego startet ein eigenes soziales Netzwerk und setzt dabei komplett auf die Sicherheit der kleinen User. Ein cleverer Schachzug in einem hart umkämpften Markt.

Der dänische Spielzeugriese Lego schaltet in diesen Tagen ein eigenes soziales Netzwerk online und geht damit auf Kollisionskurs zum Giganten Facebook: Lego Life. Hier sollen sich laut Website vor allem die "Kleinen" tummeln - Lego-Fans zwischen fünf und neun Jahren. Lego Life gibt es nur als App fürs Smartphone beziehungsweise Tablet. Natürlich ist die Registrierung kostenlos und Lego verspricht: Versteckte Kosten gibt es keine.

Generell will Lego Sicherheit bei seiner Plattform groß schreiben. So muss jedes Kind bei der Anmeldung einen eigenen Avatar kreieren - der Fantasie seien dabei keine Grenzen gesetzt, heißt es. Einzige Regel: Fotos von sich selbst oder anderen sind komplett verboten.

Sogar die Smileys im Chat bei Lego Life sind liebevoll als Gesichter von Lego-Figuren gestaltet.
Sogar die Smileys im Chat bei Lego Life sind liebevoll als Gesichter von Lego-Figuren gestaltet.(Foto: Screenshot lego.com)

Natürlich dürfen die Kinder auch eigene Bilder hochladen, allerdings wachen Algorithmen und Menschen darüber, dass dies nur Aufnahmen der eigenen Bauklötzchenkreationen sind.

Sogar die Smileys der Chat-Funktion sind mit den Gesichtern der bekannten Figuren gestaltet. Die Dänen nennen das vollmundig das "Lego Keyboard": "Kannst du dir vorstellen, dich mit anderen Lego-Fans in einer Sprache zu unterhalten, die auf denselben coolen Lego-Steinen basiert, die du auch bei dir zu Hause hast?"

Mageres Wachstum in schwierigem Umfeld

Der Clou des Netzwerks liegt aber in der engen Verzahnung mit anderen Lego-Produkten: So erscheint begleitend zur Plattform fünfmal im Jahr das Magazin "Lego Life", das bei jedem User im Briefkasten landet. Lego schafft neue Berührungspunkte mit neuen potenziellen Kunden fernab des klassischen Segments.

Das zahlt sich aus. Denn die Dänen sind nach wie vor die Nummer eins im Spielzeugsegment und liegen weit vor Konkurrenten wie Mattel, Hasbro oder Ravensburger. Allerdings hadert auch Lego mit den veränderten Spielgewohnheiten: Der Umsatz legte im abgelaufenen Jahr nur noch um vier Prozent zu und spiegelt damit den allgemeinen Markttrend wider.

Dabei kämpfen die Dänen an allen Fronten, um die Verkäufe anzukurbeln. Wie kein anderer Konkurrent verknüpft Lego Tradition und Moderne: Gerade erst kündigte der Konzern an, drei Viertel seines Sortiments austauschen zu wollen - auf der Spielwarenmesse in Nürnberg präsentierte Lego 350 Neuheiten.

Zudem kommt nächste Woche mit "Lego Batman" der nächste Hoffnungsträger in die deutschen Kinos. Der Film unterstreicht, wie sehr Lego sich vom klassischen Geschäft abnabelt und auf die Digitalisierung setzt. Lego Life wird hier nicht der letzte Schritt sein.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen